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Rundling öffnet sich

Äußere Form und Nutzung bilden im Pflegezentrum in der Gartenhöhe eine Einheit
Vor dem Gebäude und im Innenhof ist viel Grün. Fotos: Katja Haescher, Frank Düsterhöft
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Wer kennt das nicht: Da steht ein schönes Haus in der Straße, hundertmal und mehr ist man schon vorbeigegangen. Aber was verbirgt sich hinter der Fassade? Welche Geschichten stecken hinter den Mauern, wer geht hier ein und aus? Denn schließlich sind Geschichten von Häusern immer auch Geschichten von Menschen. In dieser Serie wollen wir gemeinsam mit Ihnen hinter Fassaden blicken.
Heute in der Gartenhöhe, wo mitten in der Feldstadt ein neues Seniorenzentrum fester Bestandteil des gewachsenen Wohngebiets geworden ist.

Seit dem Mittelalter gibt es Rundlinge. Bei dieser besonderen Siedlungsform gruppieren sich Wohnhäuser in Kreis- oder Hufeisenform um einen zentralen Platz. So ist es auch mitten in der Feldstadt, wo ein Rundling der etwas anderen Art die Sackgasse Gartenhöhe krönt. Nur sind hier die Bewohner älter als ihr Haus. Und es ist auch keine ländliche Siedlung, sondern ein modernes Gebäude, das sich perfekt ins städtische Ensemble fügt.

Schutz und Offenheit

Denn die Senioreneinrichtung auf der Gartenhöhe, die betreutes Wohnen, Kurzzeitpflegeplätze und das Zentrum Demenz beherbergt, ist kein abgeschottetes „Altenteil“: Quer durchs Haus verbindet ein Fußweg Gartenhöhe und Gartenstraße, ein neuer Spielplatz ist in Sichtweite und der öffentlich zugängliche Hof lädt zur Pause ein. Vor vier Jahren knüpfte das Augustenstift mit diesem neuen Angebot das Altenhilfe-Netzwerk in der Stadt noch dichter. „Einer von vielen Vorteilen ist die Nähe zum Platz der Jugend und damit die gute Erreichbarkeit“, schwärmt Ute Greve, die das Zentrum Demenz leitet. Gleichzeitig vermittelt der Rundbau durch Form und Lage den hier lebenden Menschen ein Gefühl der Geborgenheit. Auch im Logo des Zentrums Demenz spiegelt sich der Grundriss des Hauses wider, das sich nach außen öffnet und gleichzeitig sein Inneres beschützend umschließt. Den sympathischen Eindruck unterstreicht die orange Farbe des Obergeschosses und der Fensterrahmen. „Das wirkt einfach freundlich“, sagt Ute Greve.

Alles ungewöhnlich

Alle Räume haben große Fenster und der Blick fällt – obwohl mitten in der Stadt – auf das Grün der lauschigen Hinterhöfe. Oberlichter, die sich wie eine lange Leiste entlang der Flure ziehen, lassen viel Tageslicht herein. Nicht zuletzt schafft die ungewöhnliche äußere Form auch im Innern ungewöhnliche Räume, die in ihren Umrissen ein wenig halb aufgegessenen Tortenstücken ähneln.

Feldstadt mit Sahnestück

Ein wahres Sahnestückchen ist mit dem Rundbau also in der Feldstadt dazugekommen. Das einstige „Nachtjackenviertel“, das nach jahrzehntelanger Vernachlässigung in Zeiten der DDR stark heruntergekommen war, hat sich seit der Wende zu einem Vorzeige-Wohngebiet entwickelt. Dabei konnten große Teile der his-torischen Bausubstanz erhalten werden. Sie stammen unter anderem aus dem 19. Jahrhundert, als der von Demmler entwickelte „Stadterweiterungs- und Verschönerungsplan“ den planmäßigen Ausbau der Feldstadt einleitete.

Breites Hilfsangebot

Nach der Wende lobte die Stadt im Rahmen des Sanierungsprogramms Feldstadt einen Wettbewerb aus, den der Hamburger Architekt Rüdiger Franke gewann. Nach verschiedenen Nutzungsentwürfen entwickelte das Augustenstift ein Konzept für den Standort und investierte hier 2,84 Millionen Euro. Außerdem unterstützten die ARD-Fernsehlotterie „Ein Platz an der Sonne“ sowie Bund und Land das Vorhaben finanziell.

Neben den beiden Wohngemeinschaften für sechs und acht Senioren stehen in dem Haus 25 Kurzzeitpflegeplätze zur Verfügung. Dieses Angebot richtet sich zum Beispiel an Menschen, die normalerweise zu Hause von Familienmitgliedern betreut werden. Sind pflegende Angehörige verhindert, weil sie selbst erkranken oder einfach mal Urlaub brauchen, können Pflegebedürftige vorübergehend in der Kurzzeitpflege untergebracht werden. Gleiches gilt, wenn Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt gepflegt werden müssen. Insgesamt verfügt die Gartenhöhe über neun Einzelzimmer und acht Doppelzimmer, die zusammen mit ansprechenden Gemeinschaftsräumen einen angenehmen Aufenthalt garantieren.
Soziale Kontakte sind dabei Teil des Konzepts: Die Einrichtung ist auch dabei, wenn im Stadtteil Aktionen locken – wie jüngst die „Offenen Höfe“. Denn schließlich ist der „Rundling“ Teil der Feldstadt. Und während er zu den jüngsten Gebäuden gehört, ist das „Mutterhaus“ Augustenstift das ältes-te erhaltene Fachwerkgebäude im Stadtteil. Auch so schließt sich wieder ein Kreis.