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Blick aufs Schloss und in die Zukunft

IHK zu Schwerin hat mit dem Ludwig-Bölkow-Haus ein modernes Zentrum für die Wirtschaft geschaffen
Foto: Katja Haescher
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Wer kennt das nicht: Da steht ein schönes Haus in der Straße, hundertmal und mehr ist man schon vorbeigegangen. Aber was verbirgt sich hinter der Fassade? Welche Geschichten stecken hinter den Mauern, wer geht hier ein und aus? Denn schließlich sind Geschichten von Häusern immer auch Geschichten von Menschen. In dieser Serie wollen wir gemeinsam mit Ihnen hinter Fassaden blicken. Heute in der Graf-Schack-Allee 12, wo das Gebäude der IHK zu Schwerin mit Glas, Beton und klaren Linien einen modernen Kontrast zu alten Stadtvillen und Schloss setzt.

Das Schweriner Haus der Wirtschaft trägt den Namen eines visionären Unternehmers. Der in Schwerin geborene Ludwig Bölkow war an der Entwicklung des ersten düsengetriebenen Flugzeugs der Welt beteiligt und von 1976 bis 1986 Präsident des Bundesverbandes der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie. Visionär ist auch das Gebäude, an dem der Name Ludwig Bölkow heute in großen Buchstaben prangt. Das betrifft nicht nur die klaren Formen der Außenfassade, die „die Geradlinigkeit ehrbarer Kaufleute“ ausdrücken soll. Innovativ sind auch Bereiche, die gar nicht auf den ersten Blick  zu sehen sind – wie das weitsichtige energetische Konzept des Hauses. „Der Faktor Nebenkosten war ein zentraler Ansatz bei der Planung“, sagt Klaus Uwe Scheifler. Der Leiter des Geschäftsbereichs Existenzgründung und Unternehmensführung, Innovation und Umwelt hat von Seiten der Kammer den Bau betreut und kennt, wie Kollegen behaupten, in dem Komplex jede Schraube. Er war es auch, der den Schweriner Ehrenbürger Ludwig Bölkow als Namenspaten gewann – und zwar vor allem mit dem ausgeklügelten Energiekonzept des Hauses. Im IHK-Gebäude werden drei Viertel des Heizenergiebedarfs und fast die komplette Energie für die Kühlung mit Hilfe der  Geothermie gewonnen. Da der schwierige Baugrund am Burgsee ohnehin eine Pfahlgründung notwendig machte, erhielt die Anlage gleich eine Doppelfunktion: Unter dem Gebäude ragen jetzt insgesamt 218 „Energiepfähle“ in eine Tiefe von bis zu 31 Metern und ermöglichen dauerhaft niedrige Betriebskosten und einen deutlich verringerten CO2-Ausstoß.
Zukunftsorientiert: Dieses Wort gilt auch für die Wandlungsfähigkeit des Hauses, das vom Hamburger Architekturbüro Bothe Richter Teherani projektiert wurde. Die Wände zwischen den Büros lassen sich auf Wunsch versetzen. Sensoren für Sonnenstand, Temperatur und Wind regeln die Bewegung der Jalousien. Und sogar die Dachterrasse ist medial vernetzt. Wenn Klaus Uwe Scheifler die Vorteile aufzählt, die das neue Gebäude für die Arbeit der Kammer bietet, dann nennt er neben den dauerhaft günstigen Betriebskosten auch arbeitsorganisatorische: Geschäftsbereiche sind nicht mehr räumlich getrennt, Besprechungsräume und großzügige Gemeinschaftszonen verbessern die Kommunikation unter den Mitarbeitern. Und natürlich trägt der offene, transparente Charakter des Baus auch dazu bei, dass sich Besucher gleich willkommen fühlen.
Für mehr als 24.000 Unternehmen in Westmecklenburg ist die Industrie- und Handelskammer zu Schwerin Dienstleister. Seminar- und Konferenzräume des Hauses, die mit moderner Präsentationstechnik ausgestattet sind, können gemietet werden – und die Auslastung ist groß. Ein besonderes Bonbon unter den nutzbaren Flächen ist bei schönem Wetter die Dachterrasse – nicht selten stehen Touristen im Foyer und fragen, ob sie mal schnell zum Fotografieren nach oben dürfen.
Unter Fachleuten ist das Gebäude der IHK längst zu einem Studienobjekt geworden. Aus Rostock, Wismar, ja sogar aus dem Ruhrgebiet waren bereits Professoren mit ihren Studenten in Schwerin, um die Umsetzung des zukunftsorientierten Bauprojekts zu sehen. Die Belobigung und der zweite Platz im Landesbaupreis 2012 sind Ausdruck der Ästhetik, die sich hier mit Funktionalität und ökologischer Nachhaltigkeit vereinen.