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Von Tannenbaum bis Kürbis

Dieter Schaffrin ist beinahe rund ums Jahr auf Acker und Hof, im Wald und in der Plantage im Einsatz
Dieter Schaffrin in seiner Nordmanntannen-Plantage in Langen Brütz: Tausende Bäume wachsen hier. Foto: SN live
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„Eigentlich“, sagt Dieter Schaffrin, „wollte ich mit fünfzig kürzer treten.“ Jetzt ist er fast 57 Jahre alt, und mehr Ruhe hat er sich immer noch nicht gegönnt. Jedes Jahr ist er etwa zehn Monate lang nahezu  im Dauereinsatz. Jetzt zum Beispiel hat die Tannengrün-Saison begonnen, die fließend in den Weihnachtsbaumverkauf übergeht. Dafür bewirtschaftet er in seinem Heimatort Langen Brütz  (bei Cambs) eine eigene Nordmanntannen-Plantage mit tausenden Bäumen. Davon allein kann man nicht leben. Deswegen beschäftigt er sich übers Jahr noch mit reichlich anderen Dingen. „Ich sage mir immer: Viele kleine Brötchen machen auch satt“, nennt er seine Devise.

Ein typisches Dieter-Schaffrin-Jahr sieht ungefähr so aus: Im Januar und Februar wird Technik wie Rasenmäher und Weihnachtsbaumanspitzer instandgesetzt, ab März werden der Ackerboden bearbeitet und das Blumenfeld hergerichtet. Es geht weiter mit Mähen, Baumpflanzen und -fällen und Kürbis-Aussaat. Im Sommer (und auch in den meisten anderen Monaten) muss alles gepflegt und bewässert werden. Im September werden die Kürbisse geerntet, und das Bauernhof-Schaffrin-Kürbisfest findet statt. (In diesem Jahr war es übrigens schon das dreizehnte, obwohl ursprünglich nur zehn geplant waren.) Danach geht es auch schon wieder auf Weihnachten zu.

Und das sind nur die Arbeiten, die Dieter Schaffrin, teils zusammen mit seiner Frau Sabine, auf dem eigenen Hof und der insgesamt rund 29 Hektar großen eigenen Nutzfläche zu erledigen hat. Er mäht als Service auch anderer Leute Rasen, pflastert Wege, reißt alte Gebäude ab, beschneidet Bäume, entsorgt Grünabfälle, fegt Schnee … „Allein würden wir beide das gar nicht alles schaffen“, sagt er, und seine Frau nickt. Beide sind froh, dass ihre Söhne Daniel und David sie unterstützen.

Dieter Schaffrin, der gebürtige Langen Brützer, hat Mitte der siebziger Jahre Agrotechniker/Mechanisator gelernt, arbeitete dann als Landwirt. Kurz nachdem er seine heutige Frau kennen lernte, zog er zu ihr auf den Bauernhof, der damals ihren Eltern gehörte. Neben seinem Job in der LPG hatte er so auch noch ein Gehöft mit zu bewirtschaften: Er schuftete auf den Beeten und kümmerte sich um die Tiere: Rinder, Schweine, Hühner, Kaninchen.

Mit der Wende brach die LPG auseinander, Sabine Schaffrins Eltern erhielten somit ihre Güter in Langen Brütz zurück. Und ihr Mann schulte um zum Geprüften Baumaschinisten. Er verdiente sein Geld dann auch auf dem Bau, aber die landwirtschaftliche Nebentätigkeit blieb – und wurde sogar noch umfangreicher: mehr Land, mehr Arbeit.

Vor zehn Jahren dann buckelte er nicht mehr für andere Chefs, sondern machte sich mit seinem vielseitigen Service-Unternehmen selbständig. In der Hauptsaison sind die Schaffrins täglich von früh bis spät im Einsatz, Freizeit bleibt eher wenig. Aber wenn er mal die eine oder andere Stunde übrig habe, sagt Dieter Schaffrin, sei er gern auf dem Wasser, zum Angeln beispielsweise.

Und einmal im Jahr, in der Zeit zwischen Jahreswechsel und Ostern, geht es zusammen mit seiner Frau raus in die weite Welt – in die Sonne. In Dubai waren sie schon, auf den Kanaren, auf Zypern und auf den Kapverden. „Wofür die ganze Arbeit und die vielen Aufträge, wenn nicht mal ein Urlaub drin ist“, sagt er.

Stefan Krieg