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Gleichberechtigt

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Ein sonniger Morgen. Aus ihrem Briefkasten holte eine Schwerinerin Post von der Stadtverwaltung. Für die Frau kein Grund zur Freude. Normalerweise kostete sie ein solches Schreiben mindestens 15 Euro - wegen einer meist kleinen Übertretung oft sehr willkürlich aufgestellter Regeln im öffentlichen Verkehr. Doch beim Öffnen die Überraschung. Der Brief kam nicht vom Ordnungsamt, sondern von der Gleichstellungsbeauftragten der Landeshauptstadt.

Die Schwerinerin sollte nicht bestraft, sondern geehrt werden. Sie sei, so las sie, eine von 100 Frauen für den Frieden. Die Stadt hatte zum 100. Geburtstag des Frauentages 100 ehrenamtlich Tätige gesucht. Sie war eine von ihnen. Und zweifelte: „Ich soll geehrt werden? Was mache ich denn Großartiges? Arbeite in diesem Verein, unterstütze jene Organisation. Alles im Rahmen und eigentlich nicht würdig. Oder doch? Und wer soll das alles bezahlen?“ Stolz und Bescheidenheit kämpften in ihr, bis sie entschied: „Jawoll, ich bin Friedensfrau und lasse mich ehren!“