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Unterwegs

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Verreisen oder bleiben? Diese Frage stellt sich jedes Jahr bei der Urlaubsplanung. Nun ja, bei mir eigentlich nicht. Hier sitze ich und kann nicht anders und wie würde das auch aussehen, wenn mein Platz plötzlich leer wäre? Nein, ist schon gut so.

Nicht, dass ich nicht auch mal gern die Tatzen unter einen anderen Tisch stecken würde. Man hört ja so einiges vom Service rund um die Uhr. „Das Essen! Die Büfetts! Nicht zu glauben!“ Und die vielen Sehenswürdigkeiten! Klar, ein Schnappschuss von mir neben der Sphinx wäre schon toll. Aber es gibt auch Schattenseiten. Das Essen: schrecklich! Die Sehenswürdigkeiten: überlaufen!  Die Matratzen im Hotelbett: ohne Worte! 

 „Wenn Du gut bedient sein willst, musst du dich selbst bedienen“, sagt ein spanisches Sprichwort und da ist natürlich was dran. Woher soll der netteste Hotelier wissen, dass ich seit mehr als 100 Jahren auf hartem Untergrund schlafe, Kaffee ohne Milch trinke und am liebsten dasitze und gucke? Außerdem will ich nicht im Stau stehen, um anschließend 14 Tage lang in einer Schlange am Büfett zu warten. Nur manchmal beschleicht auch mich dieses komische Gefühl. Dann möchte ich mal was anderes sehen, riechen, hören. Vielleicht sollte ich es mit dem französischen Literaten Marcel Proust halten. Der pflegte die Kunst des virtuellen Ausflugs und studierte eifrig Kursbücher, stieg aber nicht in den Zug. Klingt verlockend. Denn über Verspätung müsste ich mich dann auch nicht ärgern.

Euer Museums-Löwe

(notiert von Katja Haescher)