11.03.2026

Leo

Pölsterchen

like-imagelike-image
share email
dislike-imagedislike-image

Fast 150 Jahre hänge ich nun schon auf diesem Sockel herum. Eine lange Zeit, und ja, man kann dabei mächtig Moos ansetzen. Nur welches? Das ist nämlich die Frage, die ich mir stelle, seit ich neulich mal vom Moos des Jahres las. Es ist – tätäräätää – das Mecklenburgische Schnabeldeckelmoos, und ich würde natürlich gern erfahren, ob es auf mir vorkommt. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Spießmoos, Polstermoos und Faltenmoos sind sicher wunderbare Sorten. Aber ich bin an etwas Besonderem interessiert und Schnabeldeckelmoos klingt nach mehr.

Leo sagt ...

Überhaupt steckt der Naturführer voller Poesie. Ich meine, das Schöne Federchenmoos, geehrt 2020, das ist doch die reinste Wonne! Wohingegen sich Abräumer wie das Sparrige Kleingabelzahnmoos und das Hängende Widerhakenmoos schon so anhören, als würde man sie nie wieder loswerden. Schlecht für die Kleingärtner, die jetzt im Frühjahr die Vertikutierer anwerfen und den grünen Pölsterchen im Rasen zu Leibe rücken. Meist handelt es sich bei denen übrigens um das Sparrige Kranzmoos – für alle, die wissen wollen, mit wem sie es zu tun haben. Was mich bei der Frage, wer mich nun besiedelt, leider keinen Schritt weiterbringt. Vom Schnabeldeckelmoos heißt es, dass es lockere Büschel bildet, naja, die will ja auch keiner haben. Wenn ich nur wüsste, ob ich als feuchter oder humider Wuchsort gelte, dann könnte ich die Sache etwas eingrenzen. So bleibt mir nur zu hoffen, dass es keine 
Filzigen Haarkelchmoose sind. 

Euer Museumslöwe
(notiert von Katja Haescher)