13.02.2026

Leo

Knäckebrot

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Was ist der Unterschied zwischen einem „All you can eat“-Buffet und einem Essen bei Oma? Die Antwort: Bei „All you can eat“ entscheidest du selbst, wann du satt bist. Klar, Oma meint‘s nur gut: Iss doch noch etwas, Junge! Du bist viel zu dünn! Zu Hause machst du dir sowieso nichts Anständiges! Ich hab den Kuchen extra für dich gebacken, Bienenstich, den magst du doch. Das Stück ist klein, das schaffst du noch, du hast ja kaum etwas gegessen. Mmmanke, Mmma, bin pappesatt... Ach, papperlapapp, nimm wenigstens noch ein bisschen von meinem Kartoffelsalat!

Leo sagt ...

Selbst wenn am Ende der Sockel unter mir zusammenbräche: Oma würde immer noch behaupten, ich äße wie ein Spatz. Das liegt natürlich auch an ihrer Kalkulation. Wenn zur Familienfeier 15 Leute kommen, drei davon keinen Kuchen mögen, und immer noch sechs Torten plus Bienenstich und Käsekuchen aufgetafelt werden, macht das pro Person eine halbe Schwarzwälder, den Käsekuchen nicht eingerechnet. Sollte uns beim Kaffee versehentlich die brennende Kerze auf die Tischdecke kippen, wird selbst die Feuerwehr noch ohne Probleme satt. Feste ohne Reste gibt es in meiner Familie nicht, und wenn ich zum Geburtstag eingeladen werde, nehme ich ein Geschenk und eine Tupperdose mit. Es ist wohl diese diffuse Angst, jemand könnte hungrig vom Tisch aufstehen. So als würden wir sagen: Wenn du zu Oma gehst, iss lieber vorher einen Döner, wer weiß, was es da gibt. Ach, Oma! Du bist selbst mit Knäckebrot die Beste!

Euer Museumslöwe
(notiert von Katja Haescher)