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Pflanzenfresser

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Haben Sie eigentlich eine Lieblingsfarbe? Lassen Sie mich raten: Wahrscheinlich ist es grün. Ich habe das so im Gefühl, wenn ich die Völkerwanderung in Richtung Gartencenter beobachte. Körbeweise Pflanzen wandern in die Kofferräume! Damit schaukeln Gründäumlinge dann in ihre Gärten, um Gemüsebeete für eine üppige Ernte aufzurüsten.

Fasziniert schaue ich mir dieses Treiben von oben an. Abgesehen von meinem Unverständnis, künftige Mahlzeiten zeitraubend heranwachsen zu lassen – unsereins schnappt halt einfach mal zu – bewundere ich auch die Leidensfähigkeit der Zweibeiner. Zumindest, wenn sie auf allen Vieren herumrutschen, hacken, rupfen und pikieren, gießen und den Schweiß abwischen. „Gemüse gibt’s auch im Supermarkt! Oder in der Dose!“, möchte ich dann immer rufen.

Aber eine Freundin hat mir erklärt, dass dies nicht das Gleiche sei. Es gehe um die Freude, den Dingen beim Werden zuzusehen, quasi durch eigenes Zutun etwas zu erschaffen und nebenbei die frische Luft zu genießen. Frische Luft – gut, da schnappe ich mit. Aber was soll das Herumplagen mit Sorten, deren Namen man nicht mal richtig aussprechen kann? Neulich öffnete sie einem Gewächs namens Mizuna ihr Beet – und musste erstmal googeln, was sie damit künftig überhaupt anstellen kann. Ergebnis: Es ist japanischer Senfkohl. Senf, sagt sie, mag sie eigentlich gar nicht. Aber jetzt wächst das Zeug wie verrückt. Und was aus dem Garten kommt, wird gegessen!  

Euer Museumslöwe
(notiert von Katja Haescher)