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Im Pilzfieber

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Im Herbst mache ich immer wieder diese Beobachtung: Mit Körben, Messern und Wetterjacken ausgestattete Menschen stiefeln in Richtung Wald und suchen Pilze. Manche wagen sich sogar anhand von Bestimmungsbüchern daran, giftige von essbaren zu unterscheiden. Lässt sich die Manschette am Stiel verschieben? Sind die Lamellen unregelmäßig gegabelt und dann wieder zusammenlaufend? Ist der Hutrand gerieft und die Oberhaut leicht abziehbar?

 

Ich bin da skeptisch. Und ja, mir fällt auch gleich wieder der alte Witz von der Witwe ein, deren erste beiden Männer an Pilzvergiftung gestorben waren und der dritte an einem Schlag auf den Kopf – weil er die Pilze nicht essen wollte. Was ist, wenn ich etwas verwechsle und am Ende die Zunge in eine Giftmischung stippe? Es gibt Pilze, die sind die reinsten Meuchelmörder, hinterrücks durch den Magen! Ach hör doch endlich auf, sagen in solchen Situa-tionen meine pilzliebenden Bekannten. Und versichern mir ein ums andere Mal, dass sie nur die Pilze mitnehmen, die sie kennen. Maronen, Steinpilze, Krause Glucke. Außerdem gäbe es ja immer noch die fachkundige Pilzberatung. 

Einer verriet mir auch, dass längst nicht jede Pilzpirsch mit Beute endet. Schon komme ich wieder ins Grübeln. Stundenlang durch den Wald stolpern, sich Spinnweben vom Gesicht wischen und einen leeren Korb schleppen … Aber schön ist er doch, so ein Spaziergang. Und zumindest Champignons gibt‘s eigentlich immer im Supermarkt.  

Euer Museums-Löwe

(notiert von Katja Haescher)