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Blumensprache

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Jetzt mal Hand aufs Herz: Wie oft verschenken Sie Blumen? Ich meine jetzt natürlich nicht zu runden Geburtstagen, zu denen das Gebinde möglichst noch mit einer entsprechenden Zahl ausgeliefert wird – damit der Beschenkte auch ja nicht vergisst, was er auf dem Buckel hat. Ich meine auch nicht zum Valentinstag oder Frauentag, wenn Floristen auch noch der letzte Stängel aus den Händen gerissen wird.

Was ich meine, ist zwischendurch. Nicht anlassbezogen, sondern einfach so. Das würde ich niemals tun, lautete die spontane Antwort eines Bekannten. Und er hatte gute Gründe. Was, wenn seine Frau jetzt dächte, er hätte etwas gutzumachen? Ganz nach dem Motto: Du schenkst mir doch sonst keine Blumen. Ist etwas passiert? Hast du ein schlechtes Gewissen? Wie heißt sie?

So viel Stress, meinte mein Bekannter, wäre ein bisschen Gestrüpp gar nicht wert, das ohnehin nur im Weg stehen und spätestens nach zwei Tagen den Wohnzimmertisch mit Blütenstaub und Blättern bestreuen würde. Und wer schon mal eine Vase umgekippt habe, wisse, dass ein Wasserrohrbruch nur knapp davor rangiere.

Ich blieb ein bisschen ratlos zurück. Gefangen in meinen romantischen Gedanken. Lasst Blumen sprechen, heißt es immer und dann sagen die solche Sachen. Jetzt grüble ich, ob eine simple Topfpflanze das Problem lösen könnte. Allerdings ist wohl auch hier Vorsicht geboten. Wer schon einmal arglos einen Schwiegermutterstuhl verschenkt hat, wird mir Recht geben.

Euer Museumslöwe
(notiert von Katja Haescher)