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Stolz sein auf diese schöne Stadt

Interview mit Werner Hinz in der Reihe "Köpfe aus Schwerin"
Werner Hinz, 65 Jahre Vorsitzender Pro Schwerin
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Wie lange sind Sie schon Mitglied bei Pro Schwerin, und warum sind Sie dort aktiv?
Etwas über zehn Jahre bin ich jetzt schon dabei. Der Grund ist ganz einfach. Als ich 1998 aus Berlin nach Schwerin gezogen bin, fand ich hier nicht nur meine Frau schön und liebenswert, sondern auch die Stadt selbst. Dementsprechend erstaunt war ich, dass die eigene Bevölkerung sich nicht so begeistert von Schwerin zeigte wie ich und sich immer wieder gegen Neues gewandt hat. Ich meinte, man muss doch irgendwas dagegen tun können. Dann habe ich den Verein Pro Schwerin entdeckt, dessen Mitglieder genauso dachten wie ich.

Pro Schwerin feiert am 13. Dezember dieses Jahres seinen 25. Geburtstag. Was war aus Ihrer Sicht das Wichtigste, das der Verein bis jetzt erreicht hat?
Die zwei großen Dinge, die Flaggschiffe, die wir angeschoben haben, sind die BUGA 2009 und die Welterbe-Bewerbung. Diese Vorhaben anzustoßen, dauerte jeweils mehr als zehn Jahre. Es war also in beiden Fällen ein langer Weg. Aber wir sind immer drangeblieben, haben Verbündete gesucht und gefunden.

Hat sich Pro Schwerin schon Ziele für die nächsten 25 Jahre gestellt, oder denken Sie eher in kleineren Zeitabschnitten?
Unsere jährliche, ja tägliche, Arbeit ist hinzuschauen und hinzuhören, wo es klemmt in der Stadt und wo wir helfen können. Ein Dauerbrenner bleibt jedoch die Welterbe-Bewerbung, die immer noch nicht abgeschlossen ist. Der Welterbe-Förderverein ist 2015 aus Pro Schwerin hervorgegangen. Gemeinsam müssen wir die Bevölkerung für das Ziel Welterbe begeistern. Wir können doch stolz sein, dass wir in einer so schönen Stadt leben. Ein weiteres längerfristiges Thema ist, Schwerin als Wissenschafts- und Hochschulstandort zu etablieren.

Es gibt in anderen deutschen Städten ebenfalls Vereine und Initiativen wie Pro Schwerin. Gucken Sie auch, was die so machen, und lassen sich gegebenenfalls dadurch anregen?
Nein, wir fokussieren uns direkt auf Schwerin. Wobei man dazusagen muss, dass wir Schwerin nicht nur als Stadt, sondern als Region begreifen, also auch das Umland einbeziehen.

Sie führen ein Immobilienunternehmen und sind Vorsitzender von Pro Schwerin. Haben Sie eigentlich noch Zeit für andere Dinge, Hobbys?
Wir haben mittlerweile acht Enkelkinder (lacht). Bis April war ich noch Vizepräsident des Sportvereins Berliner TSC und bin dort 2019 für meine 30-jährige ehrenamtliche Arbeit mit der Goldenen Ehrennadel des Landessportbundes ausgezeichnet worden. Ich habe das sehr gern gemacht, bin aber trotzdem froh, dass ein Nachfolger gefunden wurde. Ein paar Pläne, was ich nun mit meiner freien Zeit anstelle, gibt es durchaus schon. Die sind aber noch nicht spruchreif. Interview: S. Krieg