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Polizist und Musiker aus Leidenschaft

Steffen Salow (52) Pressesprecher der Polizeiinspektion Schwerin und in Wittenförden zu Hause
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Ein Pressesprecher bei der Polizei hat mit vielen unangenehmen Themen zu tun – gibt es auch Meldungen, die Sie gern herausgeben?
Ich freue mich immer, wenn ich über Zivilcourage berichten kann, wenn es also um Menschen geht, die anderen und natürlich auch uns geholfen haben. Gern gelesen – das merke ich besonders in den sozialen Medien – werden auch Meldungen über Tiere. Da gab es zum Beispiel mal einen Erpel, der aufgeregt durch Krebsförden lief und schließlich im Fond des Streifenwagens ins Tierheim chauffiert wurde. Oder ein Kaninchen, das seiner kleinen Besitzerin ausgebüxt war. Das Mädchen war untröstlich  und der Polizei ist es wirklich gelungen, das Tier wiederzufinden und einzufangen.

Wie wird man Pressesprecher bei der Polizei?
Wichtig ist das Interesse, über unsere Arbeit zu berichten. Und natürlich sind eigene Erfahrungen nicht zu ersetzen. Als ich 2013 Pressesprecher wurde, lagen mehr als 20 Jahre Polizeiarbeit hinter mir, im Streifendienst, bei der Bereitschaftspolizei, als Trainer und als Leiter einer Sondereinheit. Wenn ich heute also aus dem Bereich des Streifendienstes berichte, dann weiß ich auch, wovon ich spreche.

Wie gut stehen Sie mit Facebook und Twitter?
Online-Medien werden immer wichtger. Unseren Twitterkanal habe ich zusammen mit unserem damaligen Revierleiter ins Leben gerufen. Ich lerne viel im täglichen Umgang mit den sozialen Medien, auch darüber, welche Dynamik und Wucht sie entwickeln können und welche hässlichen Kommentare es gibt. Ich bin ein Geradeaus-Mensch und habe als solcher Schwierigkeiten mit Kritik, die nicht sachlich ist. Man muss lernen, das nicht persönlich zu nehmen. Es gibt Menschen, die unzufrieden sind und ihren allgemeinen Frust loswerden wollen – gern über die sozialen Medien und bei der Polizei. Aber der Großteil der Bevölkerung steht hinter uns und nur weil einige sehr laut sind, bildet das keine repräsentative Meinung ab.

Sie sind auch mit Ihrer Band „Bluelight“ unterwegs. Was bedeutet Ihnen die Musik?
Sehr viel. Schon als Kind habe ich mit großer Leidenschaft in der Badewanne gesungen und die ganze Familie vor der Badtür versammelt, mir später dann selbst das Gitarrespielen beigebracht. 2005 haben ein Kollege und ich die Band gegründet und uns weitere Mitstreiter gesucht. Wir spielen Schlager, Pop, Rock, kurz Musik, die Menschen zum Feiern und Tanzen bringt.

Worauf dürfen sich Besucher freuen, wenn „Bluelight“ am 18. Juli um 20 Uhr im Rahmen der Schweriner Schlosskonzerte auf der Bühne steht?
Sie dürfen sich auf hochmotivierte Musiker freuen, die mit ganz viel Leidenschaft bekannte deutsche Musik spielen. Natürlich ist auch Englisches dabei – zu Beginn bringe ich gern „Let me entertain you“, aber bei deutschen Sachen können die Leute einfach besser mitsingen. Deshalb wird auch NDW nicht fehlen. Im Schloss-Innenhof und damit quasi unter dem Niklot, da bietet sich der Goldene Reiter doch einfach an.
Interview: Katja Haescher