Kultur
In Schwerin musikalisch groß geworden

Worauf freust du dich am meisten, wenn du am 28. März im Digital Garden deine neue Platte „ALLES SCHICK“ vorstellst?
Ein halbes Jahr habe ich an der Platte gearbeitet, jetzt freue ich mich darauf, sie endlich rauszubringen. Ich wollte das unbedingt in Schwerin machen, weil wir hier musikalisch groß geworden sind. Zwei Jahre waren wir ab Januar 1988 mit Canguru eines der drei Nachtprogramme in den DDR-Dramatik-Entdeckungen im Staatstheater bei Christoph Schroth. Das war der totale Ritterschlag und eine gute Schule. Er hat uns damals mit Bärbel Röhl und Klaus Bieligk zwei Schauspieler an die Seite gestellt, die uns gezeigt haben, auf welche Arten man einen Text interpretieren kann. Darüber hatten wir langhaarigen Neil-Young-Fans uns zuvor gar keine Gedanken gemacht. Überhaupt waren das Theater und seine Kantine in der Wendezeit ein vibrierender Ort. Schwerin ist also die Home-Base meiner Bands Canguru und Strafsache Dr. Schlüter, deshalb sollte das Album-Release unbedingt hier stattfinden.
Was kannst du über die Platte erzählen?
Die 14 Songs darauf spiegeln die Bandbreite dessen, was ich schreibe. Ein Grund für die Produktion war auch, dass ich die Songs darauf endlich mal so hören wollte, wie sie in meinem Kopf klingen: Rocksongs, bei denen ich musikalisch aus dem Vollen geschöpft habe. Natürlich kannst du einen guten Song immer auch mit nur einer Gitarre spielen. Aber auf der Platte hörst du es mit vollem Brett und ich bin dankbar, dass sich viele Freunde und Weggefährten daran beteiligt haben. Die meisten sind auch beim Album-Release dabei, das übrigens aus zwei Teilen besteht: Zuerst spiele ich die Pingo-Songs mit den Studiocracks, dann folgt die Release-Party mit der guten alten Strafsache Dr. Schlüter.
Was sind die Impulse, die dich zum Songschreiben inspirieren?
Songs schreibe ich, wenn mich ein Gefühl oder ein Gedanke sehr beschäftigt. Die Texte müssen authentisch sein und für sich selbst stehen, da gibt es kein Eiern und kein Fabulieren, auch nicht bei lustigen Songs. Deshalb habe ich die Platte auch ein „musikalisches Lesebuch“ genannt.
Willst du die Leute eher zum Grübeln bringen oder zum Lachen?
Zumindest möchte ich auf keinen Fall Schwermut verbreiten. Ich habe beim Songschreiben gar kein Kalkül, freue mich einfach darüber, dass so viele die Musik mögen. Die Songs sollen unterhalten, ohne dabei doof zu sein. Deshalb bin ich mir sicher, dass wir uns am 28. März einen launigen Abend machen und möchte noch einmal betonen, dass es sich sowohl um ein Release-Konzert als auch um eine Party handelt. Im Digital Garden in den Schweriner Höfen läuft der Vorverkauf. Unter 0152-01002002 und info@digitalgarden-schwerin.de können Tickets auch bestellt werden. Beginn ist um 20 Uhr.
Was sind deine neuen Projekte?
Jetzt will ich diese Songs live spielen und damit Solo-Konzerte geben. Dabei bin ich immer offen für fröhliche Zufälle. Wenn also jemand im Konzert denkt, Mensch, Pingo, zusammen mit mir würde das noch viel besser klingen: Bitte einfach melden!
Interview: Katja Haescher




