12.05.2026

Kultur

Ovationen für großen Künstler

Armin Mueller-Stahl erhält den Ehrenpreis des 35. Filmkunstfests MV
Die Zuschauer im Saal feierten Ehrenpreisträger Armin Mueller-Stahl mit stehenden Ovationen.
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Ehrengast Armin Mueller-Stahl bescheinigte dem Filmkunstfest MV ein gutes Zeitgefühl: „Ich habe schon viele Auszeichnungen für mein Lebenswerk erhalten und irgendwie kamen sie immer zu früh“, sagte der Schauspieler, Musiker und Maler bei der Preisverleihung in Schwerin. Nun kann er dieser Reihe „ein ganz besonderes Vieh“ – so der O-Ton des Laudators Björn Engholm – hinzufügen: den „Goldenen Ochsen“. Als der 95-Jährige von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig den Ehrenpreis des Filmkunstfests MV entgegennahm, war das für alle Zuschauer im Capitol ein emotionaler Moment. Mit stehenden Ovationen feierte das ganze Kino einen Künstler, der in rund 140 Filmen und Fernsehproduktionen glänzte und ohne Star-Allüren von sich selbst sagt, ein „guter Handwerker im Beruf des Gauklers“ zu sein. 

Armin Mueller-Stahl prägte das 35. Filmkunstfest auf besondere Weise – schauspielerisch mit Filmen in Hommage und DEFA-Reihe, musikalisch mit einem großartigen Filmkonzert zusammen mit Günther Fischer, Tom Götze und Tobias Morgenstern und als Maler mit Ausstellungen im Staatlichen Museum und im Schleswig-Holstein-Haus. Und erneut war es ein Festival voller Inspiration und Lust an der Auseinandersetzung mit menschlichen und gesellschaftlichen Themen. Sieger im Spielfilmwettbewerb: Our Girls. Das Familiendrama mit einer „poetischen wie schonungslosen Kameraarbeit“, so das Urteil der Jury, wirft Fragen der Moral im Angesicht einer Tragödie auf und erhielt neben dem „Fliegenden Ochsen“ auch den Zuschauerpreis. 
Immer wieder fiel der Satz „Es war so toll in Schwerin.“ Das war einerseits ein Kompliment an die Stadt, aber auch an das Festival, das es als seine Aufgabe sieht, gesellschaftlich relevante Filme auf die Leinwand zu holen. Genau das würdigte stellvertretend Regisseurin Aelrun Goette von der Spielfilm-Jury.

Ein Ausrufezeichen setzte auch das diesjährige Gastland Island, das mit Lesungen, Musik und Filmen viel Sehnsucht zu stillen hatte. Denn glaubt man den Worten des isländischen Botschafters Auðunn Atlason bei der Eröffnung, dann teilen sich die Deutschen in zwei Gruppen: diejenigen, die schon einmal in Island waren und diejenigen, die unbedingt einmal hinwollen. 

www.filmland-mv.de