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Zecken fallen nicht von Bäumen

Die bluthungrigen Überlebenskünstler und ihre möglichen Folgen
Die Entwicklungsstadien der Zecke. Fotos: fotolia
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Zecken lieben schattige und feuchte Orte, sie vermeiden gern große Trockenheit, Hitze und direkte Sonneneinstrahlung. Deshalb findet man sie vor allem auf naturbelassenen Wiesen und Sträuchern, im Unterholz von Waldgebieten und oft auch  in Feuchtgebieten nahe Gewässern. Zecken leben in Bodennähe, maximal in etwa einem Meter Höhe. Entgegen einem verbreiteten Vorurteil fallen Zecken nicht von Bäumen!
Zecken sind sehr langlebig und „Hungerkünstler“. Sie können Jahre auf ein passendes Opfer warten. Die Hauptaktivitätszeit der Zecken liegt in der warmen Jahreszeit, jedoch werden auch im Winter immer mehr aktive Zecken beobachtet. Bislang gibt es noch keine Methode, Zecken in freier Natur effektiv und nebenwirkungsfrei zu bekämpfen. Daher muss man sich selbst (und seine Haustiere) vor den Parasiten schützen. Durch das Tragen heller Kleidung, die Arme und Beine vollständig bedeckt, können wir Menschen das Risiko eines „Zeckenangriffs“ vermindern. Trotzdem sollte man sich nach einem Waldspaziergang, aber auch nach der Arbeit im Garten, sorgfältig nach Zecken absuchen und diese schnellstmöglich entfernen  (die Zecken werden mit einer Zeckenzange oder ähnlichen Hilfsmitteln oder den Fingern entfernt). Je weniger Zeit die Zecken für ihre Blutmahlzeit haben, umso geringer ist die Gefahr der Übertragung der sogenannten Lyme-Borreliose, die in unserer Region die häufigste von Zecken übertragene Krankheit darstellt. Eine Impfung gegen diese Krankheit gibt es noch nicht.
Die ebenfalls von Zecken übertragene und durch Viren hervorgerufene Frühsommer-Meningoenze-phalitis (Hirnhautentzündung) kommt in unserer Region nur sehr vereinzelt vor, so dass eine Impfung gegen diese Erkrankung in Mecklenburg-Vorpommern (noch) nicht empfohlen wird.
Bei dem Erreger der Lyme-Borreliose handelt es sich um Schraubenbakterien - Borrelia burgdorferi. Sie werden in Europa durch den Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) übertragen. Nicht jede Zecke ist infiziert und demzufolge als Krankheitsüberträger anzuschuldigen. Aber bundesweit erkranken durch Zeckenbisse jährlich zwischen 60.000 und 80.000 Menschen an Lyme-Borreliose. Wenn die Krankheit nicht gleich behandelt wird, kann es später zu irreparablen Schäden wie z.B. Lähmungen und Herzerkrankungen kommen. Deshalb ist es wichtig, die Infektion so früh wie möglich zu erkennen. Erstes Anzeichen einer Borrelien-Infektion ist die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans), die sich um den Zeckenbiss bildet. Durch eine frühe Antibiotikatherapie kann die Borreliose vollständig geheilt werden.
Auch wenn es keine Auffälligkeiten gibt, hat der Patient die Möglichkeit, sein Blut im Labor untersuchen zu lassen, um ganz sicher zu gehen, dass der Zeckenbiss zu keiner Infektion geführt hat. Dazu wird zunächst ein Suchtest durchgeführt. Fällt dieser positiv aus, schließt sich ein sogenannter Bestätigungstest an. Fällt die erste Untersuchung negativ aus, schließt das eine Borreliose noch nicht sicher aus. Bei der Borreliose wird empfohlen den Test nach 3 bis 4 Wochen zu wiederholen, da die Antikörper z.T. erst sehr spät gebildet werden. Die Untersuchung der entfernten Zecke auf Borrelien ist zwar mit modernen Labormethoden möglich, gibt aber noch keine Aussage darüber, ob sich der Mensch angesteckt hat.

Informationen zur Diagnostik auch über mögliche  Co-Infektionen und zur Therapie erhalten Sie bei Ihrem Arzt oder im Labor. Betroffene dieser Infektionskrankheit können Erfahrungen und Wissen auch in der Schweriner „Selbsthilfegruppe Borreliose“  am Spieltordamm 9 austauschen. 

Dr. med. Andrea Starke

schmudlach-oswald-kettermann & kollegen
Ellerried 5-7
19057 Schwerin
Telefon 0385 - 644 24 0
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