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Herzinfarkt – jede Minute zählt

Rechtzeitig erkennen, wirksam behandeln und richtig vorbeugen
Anhand einer EKG-Kurve kann man einen Herzinfarkt häufig schnell erkennen. Foto: MediClin
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Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt sollte immer sofort der Notarzt verständigt werden, denn bei dieser Diagnose spielt vor allem die Zeit eine wichtige Rolle. Ein Koranararterienverschluss führt dazu, dass der Herzmuskel abstirbt. Je länger die Versorgung des Herzens mit Blut gestört ist, desto größer sind die langfristigen Schäden.

Typische Anzeichen für einen Herzinfarkt sind plötzlich einsetzende, länger als fünf Minuten anhaltende, starke Schmerzen hinter dem Brustbein und auf der linken Brustseite. Die Schmerzen können bis in den Hals oder auch in den Rücken, den Oberbauch und die Arme ausstrahlen. Häufige Begleiterscheinungen sind kalter Schweiß, Blässe, Engegefühl in der Brust, Übelkeit, Atemnot, Unruhe und Angst.

Dr. Jörg Sommerfeld, Leitender Oberarzt der Klinik für Innere Medizin im Opens external link in new windowMediClin Krankenhaus am Crivitzer See, sagt: „Selbst bei sehr typischen Anzeichen können wir als Ärzte jedoch nicht immer sicher sein, dass tatsächlich ein Verschluss der Herzkranzgefäße vorliegt. Panikattacken sind beispielsweise häufig mit ähnlichen Symptomen verbunden, so dass die Betroffenen selbst einen Herzinfarkt vermuten. Um sicher gehen zu können werden im Rahmen der Diagnostik unterschiedliche Untersuchungen durchgeführt.“
Es wird ein Elektrokardiogramm (EKG) zur Messung der Herzströme erstellt. Anhand der EKG-Kurve kann man einen Herzinfarkt häufig erkennen. Desweiteren wird eine Blutuntersuchung vorgenommen, denn bei einem Herzinfarkt verändert sich der Anteil der sogenannten Herzenzyme im Blut. Sollten die Befunde unauffällig sein, werden die Untersuchungen nach sechs Stunden wiederholt, weil sich die Auswirkungen des Herzinfarkts teilweise erst verzögert im EKG und in den Blutwerten zeigen.

„Neben EKG und Bluttests sind oft auch zusätzliche Untersuchungen wie eine Echokardiografie oder ein Herzkatheter notwendig“, erläutert der Oberarzt. Patienten mit einem nachgewiesenen Herzinfarkt müssen zunächst intensiv überwacht werden, mit einem Überwachungsmonitor wird eine ständige Kontrolle von Herz und Kreislauf gewährleistet. Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen können so früh erkannt und behandelt werden. Im weiteren Verlauf der Therapie ist das Ziel, das verschlossene Herzkranzgefäß, welches den Herzinfarkt verursacht hat, möglichst schnell wieder durchgängig zu machen und dadurch den Schaden am Herzmuskel so klein wie möglich zu halten.

Für einen Herzinfarkt gibt es mehrere Ursachen. Meist liegt eine Gefäßwandverkalkung der Herzkranzgefäße, die sogenannte Arteriosklerose zugrunde. Mediziner bezeichnen dies auch als koronare Herzkrankheit. Durch Ablagerungen von beispielsweise Fett (Cholesterin) oder Kalk an den Gefäßwänden, kommt es im Laufe der Jahre zur Versteifung der Arterien bis hin zur Verstopfung.
Folglich wird die Durchblutung beeinträchtigt,  die Herzmuskulatur wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und Herzmuskelgewebe stirbt ab. Sind größere Bereiche des Herzmuskels betroffen schränkt dies die Funktion des Herzens ein – es kommt zu einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Nicht selten bereiten dann potenziell gefährliche Unregelmäßigkeiten des Herzrhythmus zusätzlich Probleme.

Bei Erkennung und Diagnostik der Erkrankung kann durch eine Reihe von Therapiemethoden eine Verschlechterung verhindert werden. Vor allem aber können die betroffenen Patienten durch einen Wandel ihres Lebensstils einen erheblichen Beitrag dazu leisten, den Verlauf ihrer Krankheit positiv zu beeinflussen.
Es gibt einige Alltagsfaktoren die jeder Einzelne selbst beeinflussen kann um Herzkreislauferkrankungen vorzubeugen:
·??Übergewicht vermeiden und auf eine  ausgewogene Ernährung achten. Viele Vollkornprodukte, Kartoffeln, Obst und Gemüse zu sich nehmen, wenig Zucker und wenig Fett sowie Wurst und Fleisch nur zweimal pro Woche.
·??Auf den Cholesterinspiegel achten, daher möglichst wenig tierische Fette zu sich nehmen.
·??Ausreichend Flüssigkeitszufuhr; mindestens 1,5 Liter am Tag sind wichtig.
·??Drei bis vier Mal pro Woche für mindestens eine halbe Stunde Bewegung. Am besten eignen sich Ausdauersportarten, zum Beispiel Rad fahren, oder ein Spaziergang im etwas schnellerem Tempo.
Wer schon mal einen Herzinfarkt erlitten hat, dem empfiehlt es sich, eine Herzsportgruppe zu besuchen. Hier wird besonders darauf geachtet, dass der Sport den Körper nicht zu stark beansprucht. Stress sollte möglichst vermieden werden. Bei hohem Arbeitsaufkommen oder nervlicher Belastung können bereits 15-minütige Entspannungsübungen am Tag, zum Beispiel Yoga, Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung, Abhilfe schaffen. Genussgifte wie Alkohol oder Nikotin sollten gemieden werden, um das Verstopfen der Arterien zu verhindern.

Der Monat November steht im Zeichen der Herzwochen der Opens external link in new windowDeutschen Herzstiftung, die sich in diesem Jahr mit dem Thema „Koronare Herzerkrankungen und Herzinfarkt“ beschäftigen. Weitere Informationen dazu gibt es auch im Internet.