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GUT GEWAPPNET IN DEN WINTER

FRAGEN UND ANTWORTEN ZUM PIKS IN DEN ARM
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Das Schweriner Gesundheitsamt beginnt  in der kommenden Woche mit den Grippeschutzimpfungen. Der neue Impfstoff, der eine Immunisierung sowohl gegen das Schweinegrippevirus als auch gegen zwei weitere Grippevirus-Typen ermöglicht, ist seit dem 14. September in den Impfsprechstunden des Gesundheitsamtes verfügbar.
„Die Impfstoffe, die für den kommenden Herbst und Winter zugelassen sind, gleichen in ihrer Zusammensetzung den bewährten Impfstoffen gegen die  saisonale Grippe der Vorjahre: Diese sind ohne Wirkverstärker und ohne das im vergangenen Jahr vieldiskutierte Konservierungsmittel auf Quecksilberbasis hergestellt. Neben dem normalen Grippeimpfstoff wird jedoch für über  65-Jährige oder chronisch Kranke auch ein wirkverstärkter Impfstoff angeboten. Dieser wird seit Jahren gut vertragen”, so die  Impfärztin des Gesundheisamtes Dr. Beate Kloesel. Hier die wichtigsten Fragen zum Thema Impfung.

Brauche ich im kommenden Herbst und Winter eine Grippeimpfung, wenn ich im letzten Jahr eine Impfung gegen „Schweinegrippe“ bekommen habe oder daran erkrankt war?
Nach einer Impfung gegen oder einer Erkrankung an dem „Schweinegrippenvirus“ im letzten Jahr kann davon ausgegangen werden, dass auch noch für den kommenden Herbst und Winter gegen diesen Virustyp ein gewisser Schutz besteht. Ob dieser für eine Verhinderung einer Erkrankung in diesem Jahr ausreicht, ist jedoch nicht bekannt. Es wird im kommenden Herbst und Winter vermutlich neben dem„Schweinegrippenvirus“ auch zum Auftreten anderer Grippevirustypen kommen. Gegen diese bietet eine bereits erfolgte Impfung gegen das „Schweinegrippevirus“ oder eine durchgemachte Erkrankung an „Schweinegrippe“ keinen Schutz. Daher sollten sich alle Personen, für die eine saisonale Grippeimpfung empfohlen wird, mit dem aktuellen Grippeimpfstoff impfen lassen. Dieser schützt nicht nur gegen die „Schweinegrippe“, sondern auch noch gegen zwei weitere Grippevirus-Typen.

Kann ich gegen Grippe geimpft werden, auch wenn ich letztes Jahr gegen die „Schweinegrippe“ geimpft worden bin?
Ja. Personen, die in der vergangenen Saison gegen das Virus A (H1N1) („Schweinegrippe“) geimpft worden sind, können im kommenden Herbst und Winter genauso sicher gegen saisonale Grippe geimpft werden wie Personen, die im letzten Jahr keine Impfung erhalten  haben. Es ist zu erwarten, dass durch die Auffrischung der Impfung der Schutz vor einer erneuten Erkrankung an „Schweinegrippe“ verbessert wird.

Wird das „Schweinegrippevirus“ sich auch im kommenden Herbst und Winter verbreiten?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und andere internationale Organisationen gehen davon aus, dass das Virus A (H1N1), das die „Schweinegrippe“ hervorruft, auch im kommenden Herbst und Winter in Deutschland auftritt. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass sich auch weitere Virustypen verbreiten.

Wann wird die nächste Grippewelle erwartet?
Zum aktuellen Zeitpunkt können noch keine genauen Angaben zum Auftreten der nächsten Grippewelle in Deutschland gemacht werden. Üblicherweise kommt es zu Beginn eines Kalenderjahres zu einer Häufung von Grippefällen.

Warum sollen Menschen mit Grunderkrankungen gegen Grippe geimpft werden?
Menschen mit Grunderkrankungen haben ein erhöhtes Risiko, schwere oder tödliche Krankheitsverläufe einer Grippeerkrankung zu entwickeln. Besonders gefährdet sind dabei Personen, die eine Überempfindlichkeit der Atemwege oder eine eingeschränkte Lungenfunktion haben (z.B. Personen mit Asthma, chronischer Bronchitis, oder anderen chronischen Lungenkrankheiten), Personen mit einer chronischen Herz-Kreislauf-, Leberoder Nierenkrankheit, Personen mit Diabetes oder einer anderen Stoffwechselkrankheit, Personen mit einer neurologischen Grundkrankheit (z.B. Multiple Sklerose) oder einem eingeschränkten Immunsystem durch eine zugrundeliegende Erkrankung oder Medikamenteneinnahme (beispielsweise Cortison, Chemotherapie bei Krebserkrankungen).
Alle Personen ab einem Alter von 6 Monaten mit solchen chronischen Krankheiten sollten daher gegen Grippe geimpft werden.

Warum wird gesunden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unter 60 Jahren keine Impfung gegen Grippe empfohlen?
Die saisonale Grippeimpfung wird von der Ständigen Impfkommission für gesunde Kinder, Jugendliche und Erwachsene unter 60 Jahren nicht explizit empfohlen, da eine Grippeerkrankung in dieser Gruppe in der Regel nicht mit einem erhöhten Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs einhergeht. Im Einzelfall kann die Impfung einer Person, die dieser Gruppe angehört, nach Ermessen des behandelnden Arztes dennoch sinnvoll sein.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Grippeimpfung?
Die Impfung gegen Grippe sollte jedes Jahr, vorzugsweise im Herbst, durchgeführt werden.
Nach der Impfung dauert es ca. 14 Tage, bis der Körper einen ausreichenden Schutz vor einer Ansteckung aufgebaut hat. Es ist daher wichtig, sich bereits vor dem Beginn einer Grippewelle impfen zu lassen. Eine Grippeimpfung schützt in aller Regel über die gesamte Grippesaison.

Übernimmt meine Krankenkasse die Kosten der Grippeimpfung?
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Grippeimpfung für alle Versicherten, für die der Gemeinsame Bundesausschuss eine Impfung vorsieht (in Übereinstimmung mit den in FAQ 8 aufgeführten Personengruppen). Für privat Krankenversicherte gelten ähnliche Kostenübernahmeregelungen. Es wird außerdem keine Praxisgebühr fällig.

Kann eine Grippeimpfung eine Grippeerkrankung auslösen?

Nein. Eine Grippeimpfung enthält keine vermehrungsfähigen Erreger und kann daher keine Grippeerkrankung hervorrufen.

Können sich auch stillende Mütter gegen Grippe impfen lassen?

Ja. Stillende Mütter können sich gegen Grippe impfen lassen. Durch eine Impfung schützen
sie sich selbst und den Säugling – der erst ab dem Alter von 6 Monaten gegen Grippe geimpft werden kann – vor einer Ansteckung.
     
Sollen ältere Menschen einen Grippeimpfstoff mit einem Wirkverstärker erhalten?
Ältere Menschen zeigen oft eine geringere Reaktion ihres Körpers auf eine Impfung, so dass die Grippeimpfung weniger wirksam sein kann als bei jüngeren Erwachsenen. In den letzten Jahren wurden deshalb in ihrer Wirkung verstärkte (so genannte adjuvantierte) Grippeimpfstoffe entwickelt. Diese Impfstoffe sollen bei älteren Menschen einen besseren Schutz gewährleisten. Dies beruht im Wesentlichen auf Studien zur Antikörperbildung.
Zu beachten ist, dass bei Impfstoffen mit einem Wirkverstärker vermehrt Nebenwirkungen an der Einstichstelle (Schmerz, Rötung, Schwellung) auftreten können. Sprechen Sie hierzu im Vorfeld mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

Wer darf nicht gegen Grippe geimpft werden?
Wer an einer fieberhaften Erkrankung (Körpertemperatur ≥ 38,5°C) oder einer akuten Infektion leidet, sollte nicht geimpft werden. Die Impfung sollte dann zum frühest möglichen Zeitpunkt nachgeholt werden.
Personen, bei denen eine Überempfindlichkeit gegen Hühnereiweiß oder einen anderen Bestandteil des Impfstoffs vorliegt, dürfen nicht geimpft werden. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die Impfung, dort werden Sie umfassend und individuell beraten.