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17.08.2023

Doc aktuell

Erste Hilfe rettet Leben

Bei einem Kreislaufstillstand kann eine sofortige Herzdruckmassage Le- ben retten.
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Situationen, die schnelles Handeln erfordern, gibt es nicht nur im Straßenverkehr

Erste Hilfe: Bei diesem Gedanken bekommen viele Menschen weiche Knie. Klar, damals beim Führer- schein gab‘s mal einen Kurs, aber das ist lange her. Wie war das gleich noch mal mit der stabilen Seitenla- ge? Und was, wenn ich im Notfall das Falsche tue? Dabei ist das Ein- zige, was man falschen machen kann, nichts zu machen. Darauf will der internationale Tag der Ers- ten Hilfe aufmerksam machen, der am zweiten Sonnabend im Septem- ber im Kalender steht.

Es gibt eine Sache, die kann wirk- lich jeder tun – nämlich die 112 wählen. Die Mitarbeiter in der Notrufzentrale können Ersthelfer vor Ort dann auch telefonisch un- terstützen. Inzwischen gibt es auch Erste-Hilfe-Apps.

Trotzdem: Das Deutsche Rote Kreuz empfiehlt, Kenntnisse in der Ersten Hilfe alle zwei Jahre aufzu- frischen. Das sorgt für die richtige Routine – und im Fall des Falles für weniger Nervosität. Aber nicht nur im Straßenverkehr gibt es Situati- onen, die schnelles Handeln erfor- dern. Auch im Supermarkt, im Schwimmbad oder im Schrebergar- ten kann es wichtig sein – wenn zum Beispiel jemand einen Kreislaufstillstand erleidet. Stolpert das Herz oder setzt die Atmung aus, ist es wichtig, so schnell wie möglich mit Wiederbelebungsmaßnahmen zu beginnen. Die Merkhilfe für diese Situation lautet „Prüfen – Ru- fen – Drücken“: Zuerst wird kontrolliert, ob jemand auf Ansprache oder Anfassen reagiert (prüfen). Ist das nicht der Fall und fehlen Atem- geräusche und Bewegungen des Brustkorbs, muss zuerst der Not- dienst gerufen werden (rufen). An- schließend beginnt sofort die Wie- derbelebung (drücken). Für die Herzdruckmassage knien Helfer neben dem Bewusstlosen. Eine Hand wird auf die Mitte des Brust- korbs gesetzt, die andere darauf, so, dass sich die Finger verschränken. Jetzt wird der Oberkörper nach vorn verlagert und der Brustkorb mit gestreckten Armen fünf bis sechs Zentimeter tief eingedrückt – zweimal in der Sekunde. Ein hilfreicher Rhythmus, um im Takt zu bleiben, ist das Lied „Stayin‘ Alive“ von den Bee Gees. Die Herzdruckmassage muss so lange aufrecht erhalten werden, bis die professionellen Helfer eintreffen. In solchen Fällen kann Erste Hilfe Leben retten.

Großer Dank
Sozialministerin Stefanie Drese bedankt sich bei den ehrenamt- lichen Rettungsschwimmern für deren Einsatz. Dadurch könnten jedes Jahr viele Menschenleben ge- rettet werden. Den Einsatzkräften gelte daher große Anerkennung. „Respektlosigkeit gegenüber den Rettungskräften, ob an Land oder im Wasser, ist absolut inakzepta- bel“, machte Drese deutlich.

Die Ministerin plädierte zur Vor- sicht und Vernunft beim Baden und verwies auf die Warnhinwei- se. „Badegäste sollten die Gefah- reneinstufung durch die Wasser- wacht ernstnehmen“, so Drese

Das zweite Leben
Die Selbsthilfegruppe „das zweite Leben – Nierenlebendspende e.V.“ wird am 10. September mit einem Informationsstand auf dem Schweriner Altstadtfest zu Gast sein. Ziel ist es, über das Thema Organspende aufzuklären. Besonderen Fokus legen die Aktiven dabei auf die Nierenlebendspende: Die Mitglieder des Vereins sind selbst Spender bzw. Empfänger einer solchen Spende und damit kompetente und einfühl- same Gesprächspartner. Sie können aus eigener Erfahrung berichten, wie es ist, durch die Spende ein zweites Leben geschenkt zu bekommen. Und sie sind in Schwerin keine Unbekannten: In den zurück- liegenden Jahren war ein Informationsstand des Vereins auf dem Schweriner Weihnachtsmarkt und im vergangenen Jahr erstmals auf dem Altstadtfest zu finden.

Gegründet wurde „das zweite Leben“ 2012 in der Müritz-Klinik in Klink. Gründungsmitglieder waren sieben Spender-Empfänger-Paare, heute zählt der Verein 70 Mitglieder aus neun Bundesländern. Betrof- fene können sich hier vor und nach einer Transplantation informieren, es gibt gemeinsame Veranstal- tungen und immer wieder auch Aktionen auf der Straße – wie in Schwerin.