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Der Mann und das Tier

Vierbeiner der Abteilung Reittherapie der Carl-Friedrich-Flemming-Klinik leisten wertvolle Arbeit
Karin Hartung auf Seppel.
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Klappklapp, klappklapp, klappklapp. Gemächlich schreitet der imposante Wallach über das Klinikgelände zum Reitplatz. Siegfried* führt den braunen Mischblüter - sein Name ist Maus - am Zügel. Siegfrieds Herz pocht ganz laut. ‚Was ist nur los‘, fragt sich der Mann.
Das Pferd bewegt sich ruhig, aber aufmerksam neben dem schlanken Mann, der vielleicht 50, 55 Jahre ist. Hinter den beiden kommt Reittherapeutin Karin Hartung mit den anderen Patienten der Gruppe. Sie haben den Schimmel Seppel mit dabei.

Siegfried ist stolz

Die Muskeln von Maus zeichnen sich unter dem Fell ab. Gut sieht das aus. Siegfried ist schon ein bisschen stolz. Heute hat er das Tier ganz allein gestriegelt. Maus hat sich mit einem leichten Schnauben bedankt. Siegfried richtet sich auf. Krankenschwestern kommen vorbei. Eine zwinkert ihm freundlich zu. Maus wendet dem Mann den Kopf zu als wolle er sagen: ‚Die Mädels schauen zu uns herüber, weil wir ein echt cooles Paar sind.‘

Das Tier wartet

Maus strahlt nicht nur Kraft, sondern auch Wärme, Nähe und Geborgenheit aus. ‚Wann‘, fragt sich Siegfried, ‚kam mir das letzte Mal jemand so nah?‘ War es die Mutter? Nein. Er ist ihr nicht böse. Sie musste doch selbst sehen, wo sie blieb. Der Vater und später die anderen Männer machten es ihr schon schwer genug. Er kann sich nicht erinnern. Maus steht nun. Der Mann spürt, dass das Tier auf etwas wartet. Karin Hartung tritt heran. Sie weiß: nun ist es soweit. „Siegfried, ich denke, Maus freut sich schon. Ich fühle das.” Mit geübtem Griff hilft sie dem Mann auf den breiten Rücken von Maus. Stille. Diese lange Stille.

„Siegfried, das sieht Spitze aus!”, ruft einer aus der Gruppe, die ganz in der Nähe um Seppel herum steht. Der Mann spürt das Tier. ‚Das fühlt sich gut an‘, denkt er und traut sich mehr. Er beugt sich weit vor, so wie es Karin Hartung ihnen schon oft vorgemacht hat. Er legt seinen Kopf auf die Mähne von Maus und umschließt mit seinen Armen dessen Hals. Tier und Mensch sind eins. Siegfried schließt die Augen. Seine Tränen kümmern ihn nicht. Als der Mann nach ein paar Minuten absteigt, ist er ein anderer.

* Name geändert 

Wichtige Arbeit für Körper, Geist und Seele

Das Heilpädagogische Reiten und Voltigieren (HPRV) findet im Stall, auf dem Reitplatz und auf dem Klinikgelände mit dem Park statt. Es spricht gleichermaßen Körper, Geist und Seele an und hilft den Patienten, zum inneren Gleichgewicht zurückzufinden. Die Ziele des HPRV sind 

• Schaffung von Erfolgserlebnissen

• Verbesserung des Selbstwertgefühls

• Steigerung von Antrieb und Beweglichkeit

• Steigerung von Eigenmotivation und Realitätswahrnehmung

• Verbesserung des Körpergefühls

• Aufbau der Konzentration

• Förderung von Vertrauen

• Rücksicht nehmen/Gefühle zeigen

• Entwicklung von Partnergefühl

• Förderung kooperativen Verhaltens

 

Die Abteilung Reittherapie der Carl-Friedrich-Flemming-Klinik hat drei Mitarbeiter. Sie arbeiten mit zwei Mischblütern, zwei Haflingern, zwei Ponys, einem Schaf, einer Ziege, einem Hund und einer Katze.

 

HELIOS Kliniken Schwerin

Wismarsche Straße 393-397
19049 Schwerin

Telefon (0385) 52 00

www.helios-kliniken.de