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Demokratie ist kein Selbstläufer

Interview mit Roswitha Bley in der Reihe "Köpfe aus Schwerin"
Foto: privat
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Sehr geehrte Frau Bley, am 23. Februar findet im Schlosspark-Center Schwerin zum bereits elften Mal der Aktionstag der Initiative „WIR. Erfolg braucht Vielfalt“ statt. Was wird das zentrale Thema sein?
Die bevorstehende Wahl ist das zentrale Thema in diesem Jahr. In vier Monaten haben wir die Chance, nicht nur über die Zukunft unserer Stadt, sondern auch über die Zukunft Europas zu entscheiden. Demokratie ist kein Selbstläufer, und jeder ist gefragt. Das fängt mit dem Ankreuzen in der Wahlkabine an, also am 26. Mai seine Stimmen abzugeben.

Was sind danach die nächsten größeren WIR-Vorhaben für dieses Jahr?

Wir agieren auf ganz unterschiedlichen Ebenen. Zum Beispiel organisieren wir landesweit Demokratie- und Sportfeste sowie Aktions­tage, bei denen es um eine klare Positionierung für ein tolerantes und weltoffenes Meck­lenburg-Vorpommern geht. Beim Tag der offenen Tür des Landtags am 16. Juni präsentieren sich auf der WIR-Meile wieder Vereine und Verbände, die dem WIR-Bündnis angehören. Alle Termine findet man auf unserer Internet- und Facebook-Seite.

Welche Strahlkraft hat die Initiative über Mecklenburg-Vorpommern hin­aus?
2011 wurde die Initiative vom bundesweiten Innovationswettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“  gewürdigt. Seitdem ist sie auch über die Landesgrenzen noch bekannter geworden. Vereine und Initiativen anderer Bundesländer erkundigen sich nach der Arbeit und wie es gelingt, sich so breit aufzustellen. Aber letztendlich sind wir eine Landesinitiative und machen uns für ein gutes Zusammenleben in unserer Region stark.

Wer die Initiative jetzt auch unterstützen möchte, kann dies auf welche Weise tun?

Um Unterstützer/in zu werden, nimmt man am bes­ten Kontakt zu uns auf. Dass unser Anliegen immer noch aktuell ist, sehen wir daran, dass das Bündnis stetig weiter wächst. Darüber hinaus sammeln wir Spenden mittels unserer Demokratieaktie. Mit den Erlösen unterstützen wir lokale Vorhaben in großer Bandbreite. Mitmachen kann jeder, der den Werten des Grundgesetzes zustimmt und sich für ein demokratisches, weltoffenes Mecklenburg-Vorpommern positioniert.

Zentrales Anliegen der Initiative ist eine lebendige Demokratie. Wo sehen Sie Erfolge und Defizite in puncto Demokratie in unserem Bundesland?
Das lässt sich nicht mit ein paar Sätzen beantworten, denn Demokratie ist kein Einmaleins. Aber schon allein, wenn ich mir die Grundwerte unseres Zusammenlebens vor Augen führe, weiß ich, wofür ich mich in den 80er Jahren engagiert habe. Die Rechtsstaatlichkeit, frei zu entscheiden, wie und wo ich leben will, was ich beruflich mache, wie ich mich privat engagiere, sind nur ein paar persönliche Vorteile. Aber ich wünsche mir auch noch mehr öffentliche Debatten über die Frage: Wie soll unsere Zukunft aussehen, und wie wollen wir leben? Auf unseren Veranstaltungen lerne ich viele Menschen kennen, die sich trotz der vielen Möglichkeiten nicht oder nicht mehr dazugehörig fühlen, die allein leben und immer mehr vereinsamen. Das erlebe ich als großes Defizit in unserer Gesellschaft. Vor allem die ältere Generation hat viel erlebt, viele Umbrüche gemeistert und sollte sich auch heute als Teil einer Gemeinschaft fühlen, da muss gegengesteuert werden. Interview: S. Krieg