Leo
Shades of Grey

Was meine Lieblingsfarbe ist? Schwierig. Früher hat man Blau oder Rot gesagt und gut war‘s. Heute beschäftigen sich sogar Fachleute mit dem Thema und wer jetzt Blau nennt, wird tiefenpsychologisch möglicherweise als kühl und distanziert abgestempelt. Rot-Freunde gelten als extrovertiert, Lila-Liebhaber als dominant und Schwarz-Verehrer als die mit der dunklen Seite. Dafür spielt „Grün und Blau schmückt die Sau“ keine Rolle mehr. Jeder kann alles kombinieren, was auch nicht immer das Gelbe vom Ei ist.
Leo sagt ...
Überhaupt die Mode. Ich sage nur: Cloude Dancer. Prime Rose. Ice Blue. Das sind Modefarben des Frühjahrs, und sie stehen für Cremeweiß, Pastellrosa und ein sehr helles Blau, also eins mit Weiß drin, aber eben kein richtiges Weiß, sondern Blau. Mein lieber Scholli, da bin ich raus. Beige, Taupe, Mauve, ich meine, was soll ich mit Farben, die ich nicht mal richtig aussprechen kann? Bei Beige, sagt das Internet, handelt es sich um einen hellgrauen, gelblichen Braunton, bei Taupe eher um einen bräunlichen Grauton mit Gelbanteil. Aber die Bedeutung von Schattierungen ist mir seit jeher verschlossen geblieben. Soll die Wand nun in Pastellviolett, elegantem Puderlila oder romantischem Pfingstrosenrosé gestrichen werden? Was weiß ich denn, im Zweifel lasst das Ding doch weiß! Oder meinetwegen grau, Grau passt ja zu allem. Bleigrau, Aschgrau, Staubgrau, da kannste eigentlich nichts verkehrt machen. Und wenns nach mir und meinem guten Freund L. geht: Ein frisches Steingrau ist stets zu empfehlen.
Euer Museumslöwe
(notiert von Katja Haescher)