Kultur
Happy End für Skulptur

In der Sage geht die Geschichte nicht gut aus: Leander ertrinkt auf dem Weg zu seiner Hero, die sich daraufhin am Hellespont in den Tod stürzt. Am Schweriner See hat es dagegen ein Happy End für das ewige Liebespaar gegeben. Der Nachguss der 1918 verschwundenen Doppelfigur ist nun im Leanderzimmer zu bewundern und damit der Bezug zwischen Namen und Namensgeber aufs Neue hergestellt.
Zahlreiche Menschen haben dazu beigetragen, dem Schloss so weitere Authentizität zurückzugeben. Zusammen mit den Staatlichen Schlössern, Gärten und Kunstsammlungen MV (SSGK) starteten die Schweriner Schlossfreunde für Hero und Leander ein weiteres großes Spendenprojekt, das dank der Unterstützung vieler Geldgeber und mit Hilfe der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg verwirklicht werden konnte. In Berlin steht nämlich eine identische Figurengruppe, die der preußische König und Onkel des Mecklenburger Großherzogs einst bei Bildhauer Carl Steinhäuser erwarb. Friedrich Franz II. kaufte später bei Steinhäuser eine identische Figur – allerdings etwas kleiner. Und so kam für Hero und Leanders Rückkehr modernste Technik zum Einsatz: Spezialisten scannten die vorhandene Skulptur in Berlin ab und verkleinerten sie proportional – die Größe ging aus dem erhaltenen Sockel hervor. Anschließend entstanden auf dem 3D-Drucker die einzelnen Teile, die für den Bau einer Gussform zusammengefügt wurden. Im letzten Schritt konnte darin die Figur aus Polymer-Marmor, angerührt aus Carrara-Mehl, gegossen werden. Nun sind die beiden Liebenden wieder im Schloss zu sehen: ein Bild ewiger Hingabe.





