16.06.2026

Kultur

DIE NAMEN FESTGEHALTEN

Tafel erinnert an 50 in Schwerin verstorbene französische Kriegsgefangene
Zum Obelisken ist jetzt eine Gedenktafel mit den Namen der in Schwerin bestatteten Kriegsgefangenen gekommen.
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Ein Obelisk erinnert auf dem katholischen Friedhof in Schwerin an die dort beigesetzten französischen Kriegsgefangenen. Es sind Männer, die zwischen September 1870 und März 1871 in Schwerin interniert waren. Rund 1400 Gefangene wurden damals in der Stadt festgehalten, 50 von ihnen starben hier, größtenteils an Typhus. Bereits ein Jahr nach Kriegsende errichteten engagierte Schweriner den Sandstein-Obelisken zur Erinnerung. Dem Engagement des Schweriner Ehepaars Fritz und Monika Loest ist es zu verdanken, dass der Obelisk bereits im Jahr 1996 aufwendig restauriert wurde und auch bis heute zu den entsprechenden Gedenktagen Blumenschmuck bekommt.

Zusätzlich zum historischen Denkmal wurde nun eine Gedenktafel mit den Namen aller 50 hier bestatteten französischen Kriegsgefangenen eingeweiht. Grundlage dafür war ein Forschungsprojekt mit dem Titel „Die Vergessenen“ der Stiftung Mecklenburg zusammen mit dem Verein Le Souvenir Français. Eine mehrfache finanzielle Förderung des Deutsch-Französischen Bürgerfonds machte die länder­übergreifenden Forschungen möglich. „Dass wir heute die Namen der Toten kennen, ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist das Ergebnis einer bewussten Entscheidung – Erinnerung nicht dem Zufall zu überlassen, sondern sie aktiv zu gestalten“, sagt Schwerins stellvertretender Oberbürgermeister Bernd Nottebaum bei der Einweihung der Tafel im Mai.

www.schwerin.de