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Seid gegrüßt, Schweriner.

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Schön ist sie, Eure Stadt. Dass sie immer noch mein Siegel trägt und mein Wappentier, der Löwe, an vielen Orten vertreten ist, erfüllt mich mit Stolz. Auch an den alten Niklot habt Ihr gedacht, meinen stärksten Gegner jenseits der Elbe. Ich denke, er hegt keinen Groll mehr gegen mich nach 850 Jahren. Immerhin thront sein Denkmal hoch zu Ross inmitten Eures wunderschönen Schlosses und begrüßt dort jeden Besucher. Dass Ihr mir, Heinrich dem Löwen, Herzog zu Bayern und
Braunschweig, kein Denkmal gesetzt habt, liegt wohl an Eurem Nationalstolz. Jeder Schweriner, woher seine Vorfahren auch gekommen sind, fühlt sich irgendwie als ein Mecklenburger Wende oder Hauptstädter. Sei es ihm gegönnt. Ihr habt viel erreicht in den 850 Jahren, Bischofssitz, Grafensitz, Residenzstadt, Bezirksstadt und nun wieder Landeshauptstadt. Ihr fühltet Euch immer berufen, etwas Besseres und Höheres als die Menschen in den anderen Städten Eures schönen Landes zu sein. Das erwarte ich auch von meinem Schwerin. Ihr habt wie ich immer geführt und die Zügel fest in der Hand gehabt. Ich habe Eure Stadt gegründet als Bollwerk gegen die Heiden, das scheint Ihr allerdings nach 850 Jahren aus Eurem Blickwinkel verloren zu haben. Was soll´s, Ihr habt ein gesundes Gemeinwesen, eine kluge Regierung, die Ihr Euch sogar selber wählen dürft. Wenn Ihr jetzt die 850 Jahre feiert, denkt auch ein wenig an mich. Ich hätte sicher einiges anders gemacht, aber manchmal ist eben der Weg das Ziel, und dieser Weg ist nicht immer gerade. Ich bin immer ein Mann der Faust und des Schwertes gewesen und selten der Diplomatie. Männer sollten diese Stadt regieren, das war bis jetzt mein Credo. Nun aber habt Ihr eine Frau zu Eurer Oberbürgermeisterin erkoren. Frauen regieren mit zarter Hand und sind in manchen Dingen geschickter und diplomatischer wie wir Männer.

Ich weiß es aus der Geschichte. Jedenfalls wünsche ich Euch für Eure 850-Jahrfeier viel Spaß und vergesst für diese Zeit mal die Sorgen des Alltags. Also Kopf hoch und Siegel drauf, und zwar meines, Euer ...

Heinrich der Löwe,
Stadtgründer