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Köpfe aus Schwerin

Edgar Hummelsheim, 53
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Köpfe aus Schwerin

Handwerker-Arbeit im Wohnzimmer

Herr Hummelsheim, hat Handwerk noch goldenen Boden?
Das Handwerk ist eine Wirtschaftsgruppe, die sich auch in Krisenzeiten durch große Stabilität auszeichnet. Insofern möchte ich eher von festem Boden sprechen. Wo sich im Handwerk goldener Boden findet, hat ihn der Handwerker immer selbst verlegt, dass heißt der Erfolg eines Unternehmens ist immer das Resultat von harter Arbeit und unternehmerischem Geschick.

Wie attraktiv sind traditionelle Handwerksberufe heute für junge Leute?
Das kommt darauf an, was man unter traditionell versteht. Viele Handwerksberufe gibt es schon sehr lange wie zum Beispiel den Tischler oder den Maler und diese haben daher auch eine Tradition. Gleichzeitig sind dies höchst moderne und dynamische Berufe, da die Berufsausbildung ständig an neue Anforderungen angepasst wird. Es gibt natürlich auch einzelne alte Handwerke, die heute kaum noch nachgefragt werden. Trotzdem finden sich auch hier immer wieder begeisterungsfähige Jugendliche, die ihr Herz an einen solchen Beruf verlieren und etwas daraus machen.  

Welche Eigenschaften benötigt man für Berufe wie Bäcker, Zimmermann oder Autoschlosser?
Handwerkliches Geschick, in vielen Fällen ausgeprägtes technisches Verständnis, Freude an körperlicher Bewegung und am Beruf, Teamgeist, Motivation, Disziplin und natürlich auch Zuverlässigkeit.

Schwerin ist für mich ... „... eine Stadt mit den Vorzügen einer Landeshauptstadt ohne die Nachteile einer typischen Großstadt wie Lärm, Abgase oder Hektik.”

Wie viele Einträge hat die Handwerksrolle in Schwerin?   
Von unseren insgesamt 7.603 Betrieben sind 1.118 Betriebe aus Schwerin in die Handwerksrolle eingetragen.

Gibt es Handwerksberufe, die es bald nicht mehr geben wird?
Die Wirtschaft ist kein Museum und niemand wird Berufe ausüben, von denen man nicht leben kann. So gibt es heute keine Glasaugenmacher oder Bonbonmacher mehr. Mit der Zeit werden auch andere Berufe folgen, für die es keinen Markt mehr gibt. Das sind normale Veränderungsprozesse, die im Übrigen auch außerhalb des Handwerks stattfinden.

Haben Sie schon einmal Ikea-Möbel gekauft?

Ja klar, als ich Student war. Heute tun diese Regale gute Dienste im Keller. Im Wohnzimmer erfreue ich mich jeden Tag an der schönen Arbeit eines Tischlermeisters.