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Dem Fischer machen Gräten nichts aus

„Beim Hecht ist das Schwanzstück das beste, beim Karpfen gerade nicht“
Mario Piehl, 26 Jahre alt, Fischer in zweiter Generation, geboren in Schwerin, mit der Familie sesshaft in Alt Schlagsdorf bei Retgendorf, zweites Zuhause: der Fisch-Verkaufswagen.
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Herr Piehl, ist der Herbst eine gute Zeit für Fische?
Ja! Die Karpfensaison beginnt jetzt wieder, weil die Temperaturen sinken, es ist mehr Sauerstoff im Wasser und die Fische werden wieder aktiver. Auch Hechte werden zu dieser Zeit wieder mehr gefangen oder Schleie.

Aus welchen Gewässern stammt der Fisch, den Sie im Wagen der Fischerei Piehl verkaufen?

Wir haben insgesamt 260 Hektar Wasserfläche, mehrere Seen, in denen wir unsere regionalen Fische fangen. Der größte ist der Groß Labenzer See zwischen Sternberg und Warin. Andere, zum Beispiel Forelle, Lachs oder Saibling, die haben wir hier nicht, die kommen aus Aquakulturen. Dorsch oder Flunder wiederum beziehen wir aus der Ostsee, von Fischern aus Wismar oder Rostock.

Welches ist denn ihr persönlicher Lieblings-Speisefisch – können Sie Fisch überhaupt noch sehen?
Das kann ich, sehr sogar. Am liebsten esse ich Hecht. So wie ich ihn kenne, wird er in ausgelassenem Speck gebraten, nur in Mehl gewendet mit etwas Salz und zum Schluss eventuell ein wenig Zitrone – lecker! Wenn man weiß, wie man den Fisch handhaben muss, machen auch die relativ vielen Gräten nichts aus. Beim Hecht ist übrigens das Schwanzstück das beste, dort gibt‘s die wenigsten Gräten. Beim Karpfen ist das genau andersrum: Der Schwanz ist das Stück mit den meisten Gräten, wir sagen scherzhaft auch „Schwiegermutterstück“.

Sie arbeiten im Familienbetrieb. Haben Sie je überlegt, etwas anders zu machen als Fischerei?
Ja, ich habe sogar eine Lehre zum Tischler abgeschlossen. Aber als Tischler waren die Arbeitsbedingungen letztlich auch nicht besser, also bin ich relativ schnell wieder in unseren Betrieb zurückgekehrt.

Wenn Sie nun ausnahmsweise mal nicht auf dem See sind oder im Verkaufswagen, was machen Sie dann?
Wir arbeiten ja an sieben Tagen die Woche, davon ein bis zwei Tage auf dem See und der größte Teil der Woche im Verkauf. Da bleibt leider nicht so viel Freizeit. Aber ich habe mir gerade ein Quad gekauft, mit dem ich über Stock und Stein unterwegs bin, sobald es die Zeit zulässt. Und ansonsten lege ich auch gern mal einfach nur die Füße hoch.