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Wenn die Nachbarn brüllen und schnattern

Baumhaus im Zoo begeistert mit Liebe zum Detail – und einem Hauch von Wildnis
Für Gäste im Geäst: Manchen hat sich hier ein Kindheitstraum erfüllt.
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Wer kennt das nicht: Da steht ein schönes Haus in der Straße, hundertmal und mehr ist man schon vorbeigegangen. Aber was verbirgt sich hinter der Fassade? Welche Geschichten stecken hinter den Mauern, wer geht hier ein und aus? Denn schließlich sind Geschichten von Häusern immer auch Geschichten von Menschen. In dieser Serie wollen wir gemeinsam mit Ihnen hinter Fassaden blicken. Heute in einem Haus, wie es in der ganzen Stadt kein zweites gibt: im Baumhaus des Schweriner Zoos.

Wenn der Nachbar brüllt, ist die Welt in Ordnung. Denn darauf warten sie ja, die Schlafgäste im Baumhaus des Schweriner Zoos. Nächtliches Löwenbrüllen und das Kreischen, Schnattern und Rascheln der anderen Zoobewohner vermitteln das Gefühl, mitten in einem spannenden Abenteuer zu stecken. Ein Gefühl, das viele kleine Details noch unterstreichen. Da steht eine Laterne auf dem Bord über der Sitzbank, so, als habe sie jemand nach einem Ausflug ins nächtliche Dunkel nur kurz dort abgestellt. Und auch Tagebuch, Sextant und das Klingelschild mit der Aufschrift „A. v. Humboldt“ machen deutlich, dass es sich bei diesem Haus um ein Forscher- und Entdeckerquartier handelt. Obwohl: Ob es Alexander von Humboldt am Orinoko so bequem hatte? Wohl kaum. Denn das Baumhaus des Schweriner Zoos punktet mit ganz modernen Annehmlichkeiten wie Dusche und Kühlschrank, Heizung und wundervoll gemütlichen Schlafkojen. Vom Balkon mit Tisch und Bänken reicht der Blick weit hinein in den Zoo und am Abend tauchen farbige Lampen das Ganze in ein magisches Licht…
Schlafen im Zoo – in Schwerin dürfen das neuerdings auch diejenigen, die weder Pelz noch Federn haben. „Schon jetzt sind 111 Übernachtungen in unserem Baumhaus gebucht und es gibt viele weitere Anfragen“, freut sich Marketingchefin Erika Hellmich. Die Idee für das ungewöhnliche Projekt entstand bei einem Besuch in der Kulturinsel Einsiedel, einem Abenteuerfreizeitpark in der Nähe von Görlitz. Hier sind in den zurückliegenden Jahren Objekte, Spiellandschaften und Deutschlands erstes Baumhaushotel aus Holz entstanden, bunt bemalt, gepunktet und geringelt. Längst haben die kreativen Konstruktionen zum Spielen und Wohnen ihren Siegeszug über Sachsens Landesgrenzen hinaus angetreten – so zum Beispiel auch nach Schwerin. Und die Idee vom Schlafen unterm Blätterdach kommt an: „Das Warten hat sich gelohnt, unsere Erwartungen wurden übertroffen und für unsere Tochter ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen“, steht auf einer Seite des Gästebuchs. Und an anderer Stelle heißt es: „Eine großartige Idee und in vielen Einzelheiten liebevoll umgesetzt. Herzlichen Glückwunsch!“
Einträge wie diese wärmen Erika Hellmich das Herz – zeigen sie doch, dass es sich gelohnt hat, den Traum vom Baumhaus zu verwirklichen. Obwohl: Eins im herkömmlichen Sinne ist es natürlich nicht. Denn ein Baum, der in der Lage ist, ein Haus mit 40 Quadratmetern Wohnfläche in seiner Krone zu tragen, ist in hiesigen
Breiten schwer zu finden. Nichtsdestotrotz vermitteln die ineinander geschachtelten Bauteile und die asymmetrischen Fenster den Eindruck eines überdimensionalen Nestes, in dem sich bis zu sechs Personen ausgesprochen wohlig einkuscheln können.
Das Gebäude ist ein „Fertigteilhaus“, dessen Segmente in den Holzwerkstätten der Kulturinsel Einsiedel entstanden sind und im vergangenen Herbst in Schwerin zusammengesetzt wurden. Die Stelzen reichen bis an das Gehege, in dem jetzt schon die Pekaris und bald auch die Nasenbären zu Hause sind. Ergänzt wird die Anlage von einem Forscherpfad. Der führt bis an die Rückseite des Humboldthauses, das bei dieser Gelegenheit einen behindertengerechten Eingang bekommen hat.
Entlang des Pfades und vor dem Baumhaus stehen bunte Holzfiguren des Künstlers Igor Korschun. Die sind garantiert stiller als die putzmunteren Pekaris, die zu den Stelzenfüßen des Baumhauses wühlen und von denen man weiß, dass sie Alexander von Humboldt einst während seiner Forschungsreisen ganz schön nervten. „In den Aufzeichnungen des Wissenschaftlers steht, dass er oft schlaflose Nächte wegen des nächtlichen Treibens der Pekaris hatte“, weiß Erika Hellmich und fügt hinzu: „Ich hoffe, unsere Besucher schlafen wundervoll.“ Katja Haescher