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Jeden Tag, jede Stunde aktiv gestalten

Das Lebensprinzip von Hannelore und Henning Meubrink gilt für die Jahre des Alters nicht weniger
Jede Lebensstunde aktiv gestalten – das ist die Lebensdevise von Hannelore und Henning Meubrink. Foto: Beate Schöttke-Penke
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Im Lebensalter durch die Rente abgesichert sein – gut und schön. Doch sich deshalb aus einer aktiven Gestaltung verabschieden, sich nicht mehr mit seinem Wissen und Können in die Gesellschaft einbringen? Nein, das kommt für Hannelore und Henning Meubrink nicht in Frage. „Als Arbeitsmediziner habe ich gelernt: Das Leben besteht aus Arbeit. Die Rehe suchen sich auch bis zum letzten Tag ihr Futter selbst“, unterstreicht Henning Meubrink mit Bestimmtheit. Zusammen mit seiner Hannelore erzählt er, was das für die über 70-Jährigen bedeutet. Längst nicht alles, was bei Kaffee und Frankfurter Kranz in dem Haus in Friedrichsthal zur Sprache kommt, hat auf dieser Seite Platz. Wie auch – Henning Meubrink hat ein ganzes Buch über die Ahnen und das Leben seiner Familie geschrieben, zu der die Goldschmiede-Brüder Dinglinger bei August dem Starken in Dresden, Seidenwarenfabrikanten, Kaufleute, Apotheker, Pastoren und Schulrektoren gehörten und deren Lebenslinien sich u.a. bis zu Lucas Cranach d. Ä. zurück verfolgen lassen. Durch all das Erzählte aber zieht sich ein roter Faden: Menschen haben eine besondere Lebenskraft, haben Mut und sind ausdauernd. Dazulernen und tätig sein ist Lebensprinzip, Rückschläge werden als Lernstunden verstanden. Beispiele gefällig? Als 1988 das Institut für Arbeitsmedizin in der Nähe der Lungenklinik abbrennt, gibt sich dessen Direktor Henning Meubrink mit der Aussage, dass kein neues Gebäude für die 80 Mitarbeiter zur Verfügung stehe, nicht zufrieden. Er gewinnt die Belegschaft, das Gebäude mit eigenen Händen wieder aufzubauen. Ärzte, Schwestern, Physiker, Psychologen – alle stürzen sich in die für sie ungewohnte Bauarbeit, werden zu Projektierern, Mau-rern, Malern. Mit Bettelbriefen an Betriebe gelingt es, Baustoffe und sogar überaus rare medizinische Geräte aufzutreiben. Kurz vor der Wende ist das Gebäude wieder funktionsfähig. Ein zweites Beispiel: Als Henning Meubrink in Wendezeiten entlassen wird, lässt er den Vorwurf „der Staatsnähe“ nicht auf sich sitzen. Klagt sich durch die Instanzen. Fünf Jahre lang. Und bekommt schließlich vor dem Bundesarbeitsgericht Recht. In dieser Zeit sitzt er nicht untätig daheim und harrt der Dinge. Seine Frau Hannelore hat inzwischen – Beispiel drei – „ohne große Computerkenntnisse“ ein Schreibbüro gegründet, Henning und die beiden ältesten der vier Kinder steigen mit ihren Männern in die Firma der Eltern ein. Diese spezialisiert sich auf bedruckte Etiketten, handelt später mit Handwerkskunst und Bekleidung und öffnet noch später unter dem Label „Goldlöwin“ Schmuckgeschäfte in Schwerin, Wismar, Greifswald und Berlin. Fast zehn Jahre arbeiten Meubrinks mit ihren Kindern zusammen, leben mit  ihnen, den Kindeskindern und Hennings alter Mutter unter einem Dach. Dann ziehen sie einen Schlussstrich unter ihre unternehmerischen Bemühungen, übergeben Haus und Firma den Kindern und – gehen nach Australien. Englisch lernen war schon ein Kindheitstraum von Hannelore, nun an der Schwelle zum Rentenalter macht sie ihn mit ihrem Mann Henning wahr. Nicht im nahen England, wo die Versuchung groß gewesen wäre, bei den Kindern immer mal nach dem Rechten zu schauen, sondern am anderen Ende der Welt, auf einem English College in Sydney. Bei der Erinnerung daran kommen Meubrinks ins Schwärmen. Sie lernen mit jungen Leuten aus aller Herren Länder, sind voll integriert, haben viel Spaß, feiern manche Feste am nahen Strand. Sechs Monate lang. Nach ihrer Rückkehr wollen sie eigentlich nach Berlin, dorthin, woher Hannelore stammt. Henning will Philosophie studieren, Hannelore Englisch. Noch ist Zeit bis zum Beginn des Studiums. So nimmt das Leben eine andere Wendung. Hannelore entdeckt an einer Wandzeitung in der Uni, dass eine Familie in Washington ein Au-Pair-Mädchen für die siebenjährige Tochter sucht. Darf es auch eine Au-Pair-Oma sein, fragt Hannelore nach. Und bekommt die Stelle für drei Monate. Und weil die Oma den Opa nicht  alleine lassen soll, reisen Hannelore und Henning letztlich zusammen in die USA. „Ein ganz besonderes Erlebnis“, kommentieren die Schweriner. Sie sind fest in der Familie verankert, reparieren Waschmaschine und Möbel, nähen Gardinen, streichen Fenster und pflügen den Garten um. Das Angebot zu bleiben, mögen Meubrinks allerdings nicht annehmen. Es dürstet sie nach Neuem. Sie fahren mit einem befreundeten Paar erneut nach Australien – auf eine Farm. Bleiben für Monate. Zurück in Schwerin, stellt sich die Frage: Was nun? Ein Bekannter gibt den Hinweis, Henning könnte doch Rechtlicher Betreuer beim Amtsgericht werden. Könnte Menschen unterstützen, die wegen körperlicher oder geistiger Beeinträchtigungen sich nicht selbst vertreten können. Für den Arbeitsmediziner ein neues Terrain, das ihn aus genau diesem Grund reizt. Das Leben mit all seinen Eventualitäten – so hofft er – wird ihn und seine Hannelore, die ihn darin unterstützt, auf Trab halten. Seit zehn Jahren kümmern sich Meubrinks auf diese Weise um Menschen, zur Zeit um 28 Betreute. Was das Alter noch bereithält? Wer weiß. Meubrinks Devise aber ist klar: Jeden Tag aktiv gestalten! Besser noch: Jede Stunde!