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Alle guten Dinge sind 2013

Gute Vorsätze müssen nicht Verzicht bedeuten – ein Mehr bringt Qualität ins Leben
Mehr essen und trinken!
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Eine grundlegende Entscheidung mussten die meisten Erdenbürger schon für sich fällen, bevor das neue Jahr im Zimmer stand: Pessimist oder Optimist? Die ersten erkennen in der 2013 die Ausgeburt alles Schlechten. Wann, wenn nicht in dem Jahr, das die schlimmste aller Zahlen in sich trägt, soll das Unglück über uns kommen. Vermutlich haben sich die Maya nur in der letzten Ziffer ihrer Vorhersage geirrt (oder jemand hat die verwitterte Schrift nicht richtig gelesen). Die zweite Sorte Mensch freut sich in jedem Jahr über jeden noch so schwarzen Freitag. Die 13 bedeutet ihm nicht ewiges Un-, sondern großes Wohlgemach, sprich: Glück.

AUS WENIGER WIRD MEHR

Bis zum Redaktionsschluss wollte sich das neue Jahr noch nicht mitteilen, in welche Richtung es vergehen möchte. Freuen tut sich Deutschland in jedem Fall über den Wegfall der Praxisgebühr, nicht so sehr über den neuen Rundfunkbeitrag, über weniger Elterngeld oder darüber, dass ein frischer Führerschein ab 2013 nur noch 15 Jahre lang Gültigkeit besitzt. Wenig erfreulich fällt ein paar Wochen nach Jahresbeginn traditionell auch die Bilanz derjenigen aus, die sich im Zuge der Silvesternacht selbst disziplinieren wollten: Weniger böse Worte, keine Zigaretten mehr, kein Alkohol und keine süßen Sachen nach 18 Uhr, nicht faulenzen, mehr Engagement für alles – die Liste der herbeigesehnten Wandlungen hin zum vermeintlich Besseren ließe sich individuell fortsetzen. Man könnte auch sagen, jeder bemüht sich um seinen eigenen ultimativen „Zusammenriss“. Dabei wird eines gern übersehen: Wie soll man mit weniger von allem mehr von etwas erreichen?  Das widerspricht sich doch schon im Wortsinn! Mehr Zufriedenheit, mehr Lebensfreude, mehr Menschlichkeit sind nur mit einem MEHR an Gelassenheit zu erreichen. Wie das gehen kann, zeigt unser Reigen der guten Vorsätze für 2013. Der ist so ernst gemeint, wie Sie wollen. Und übrigens: Wer jetzt denkt, er habe keine Zeit für mehr Zeit, dem seien die Feier- und Brückentage dieses Jahres ans Herz gelegt. Was das angeht, darf man die kommenden zwölf Monate nämlich getrost als Glücksfall bezeichnen: Urlaubstage lassen sich 2013 wie von Zauberhand vermehren.

Mehr Geld!

Die einen haben viel, die anderen wenig, genug ist es selten. Der aufgeklärte Europäer weiß: Geld allein macht nicht glücklich. Dennoch kann man sich mit mehr Geld sicher ab und zu eine Freude machen. Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen? Millionär wird man heute nur noch in den seltensten Fällen mit ehrlicher Arbeit. Ein Lottogewinn steht auch den wenigsten zeitnah ins Haus.

Wer sich an einer Reihe Nullen erquicken kann, für den muss das Schwimmen im Geld trotzdem kein Wunschtraum bleiben: Füllen Sie Ihre Badewanne bzw. den Geldspeicher einfach mit Laotischen Kip. Mit Wechselkurs-Stand von Anfang Januar ist ein Euro 10456,05563 Kip wert – die Million ist im Nu erreicht. Ähnlich erfreuliche Effekte kann man derzeit mit dem Wechsel in Weißrussische Rubel (1:11315,22009),  Paraguayische Guaraní (1:5679,06346), Sambische Kwachas (1:6868,77217), Kolumbianische Peso (1:2325,21331) oder immerhin noch ansatzweise in Isländische Kronen  (1:168,82895) erzielen. Bei der ganzen Freude über mehr Geld dürfen Sie dann bloß das Wichtigste nicht vergessen: rechtzeitig zurücktauschen!

Mehr Zeit!

Ach, hätte ich doch mehr Zeit, was würde ich nicht alles tun! Endlich einmal den Keller aufräumen (wahlweise die Garage). Endlich einmal das dicke Buch lesen, das seit Monaten im Regal wartet. Endlich die Steuererklärung machen. Oder endlich einmal gar nichts tun (wenn das mal so einfach wäre). Dass den meisten Menschen dafür die Zeit fehlt, daran ist die Zeit eigentlich gar nicht schuld. Das individuelle Zeitempfinden ist es, was uns klagen macht. Da hilft nur eins: Zeit nehmen. Zur Verfügung steht sie in den meis-ten Fällen, nur verstreicht sie ungenutzt beim Grübeln über die nächste sinnvolle Aktivität.

Es gibt etliche Studien zum Thema, nach denen wir zum Beispiel sechs Monate des Lebens vor einer roten Ampel verbringen oder fünf Jahre mit der Warterei beim Arzt oder beim Amt. Voll von Sinn – muss das denn immer sein? Wie wäre es mit Spiel ohne Sinn, mit Blödelei und Quatsch, mehr Lachen inklusive, mit Rumliegen und Seele-baumeln-lassen. Urlaub braucht man dafür nicht, es reicht das kleine Mehr zwischendurch. Stöpsel in oder auf die Ohren – was für eine Ruhe! Oder das kurze Schläfchen, das darf sogar im Sitzen sein. Es gibt Menschen, die entspannen sich beim Zählen ihrer Zahnstocher, also tun sie es. Mehr Zeit bedeutet mehr von all den Dingen, die die Seele jubeln lassen: Mehr Ruhe, mehr Kraft, mehr Gelassenheit, mehr gute Laune, mehr Zufriedenheit – mehr vom Leben.

Mehr essen und trinken!

Wir reden hier überhaupt nicht über die verheerenden Folgen, die Nahrungsentzug oder das extrem unbeherrschte Essen für den menschlichen Körper bedeuten, dazu haben hoffentlich Ärzte und Therapeuten das letzte Wort. Wir reden vom alltäglichen Wahnsinn, der sich zur Mittagszeit hinter Bürotüren, in Pausenräumen und in deutschen Küchen abspielt. Da werden Pülverchen aneinandergerührt und der Gehalt der Speisen seziert, bis nichts Schönes mehr übrig bleibt. Es gibt niemanden, den eine Diät zufrieden macht! Wer das behauptet, lügt. Glücklich mit leerem Magen? So leer, dass selbst das Gehirn Schwierigkeiten hat, verwertbare Energie aufzutreiben – anders ist die zur Schau gestellte Freude über den dauernden Hungerzustand nicht zu erklären. Echtes Glück ist viel einfacher. Essen Sie mehr: mehr Lebensmittel, die ihren Namen verdienen und mehr mit Liebe zubereitete Speisen. Und dazu trinken Sie stets reichlich, wovon Sie nicht blöd werden.  Sollten Sie das jetzt als Aufruf zur Völlerei verstehen – nur zu, nach ein paar Tagen wird sich Ihr gesundes Maß wie von selbst wieder einstellen. Nicht dem Auto, dem Flachbildschirm oder dem neuen Handy gebührt die vollste Aufmerksamkeit des Menschen, sondern dem, was ihn bis ins Alter am Leben halten soll. Nur 10,9 Prozent des für Konsum verfügbaren Budgets gibt der Deutsche durchschnittlich für Lebensmittel aus, sagt die Statistik. Mehr Lebensfreude würde sich schon mit anders gesetzten Prioritäten einstellen.

Mehr Spaß!

Kaum zu glauben: Die Deutschen sind Spitzenreiter in Sachen Humor! Mit dem sogenannten Laugh Lab, deutsch: Lachlabor, haben Wissenschaftler eine der umfassendsten weltweiten Studien zum Thema erarbeitet – und die Deutschen fanden dort die meisten Witze lustig.

Das heißt zwar in der Konsequenz der Wissenschaftler auch, dass wir im Vergleich mit anderen Nationen nicht besonders wählerisch sind in der Wahl dessen, was wir lustig finden, aber wer wird denn schon so pingelig sein. Lachen ist gesund, sagte schon die Großmutter und hatte recht, ohne die diagnostische Untermauerung zu kennen: Echtes Lachen stärkt die Immunabwehr, die Zahl der Stresshormone im Blut nimmt ab, Glückshormone werden vermehrt ausgeschieden, die Verdauung wird angeregt.

Auch gegen Kopfschmerzen soll Lachen ein Mittel sein, generell ist es geeignet, Schmerzen zu verringern bzw. die Schmerzwahrnehmung positiv zu beeinflussen. Der Körper produziert während solcher fröhlichen Minuten sogar entzündungshemmende Stoffe, im Falle einer Verletzung soll Lachen sogar Infektionen verhindern können.

MEHR davon: Lachen entspannt und kann es sogar mit leichter sportlicher Betätigung aufnehmen (mehr Sport!). Bis zu 300 Muskeln werden aktiviert; eine Minute Lachen soll den gleichen Effekt haben wie zehn Minuten Dauerlauf. Das Ziel, „Spaß am Leben“ zu haben, bekommt vor diesem Hintergrund eine ganz andere Bedeutung.

Mehr Sport!

„Sport ist Mord“ ist ihr Motto? Beim Anblick schwitzender, hässlich muskelbepackter Übermänner und -frauen ist das ein verständlicher Reflex. Kaum jemand mit mehr Verstand als Kondition möchte mit dem Klischee vom gesunden, schönen Menschen in einen Topf geschmissen werden.

Auch Trendsportarten wie Yoga, Pilates oder gar Zumba sind nichts für jedermann. Ohnehin sind Anfänger grundsätzlich gefährdet aufzugeben, so sie nicht mit einem eisernen Willen gesegnet sind – wer ist das schon! Aber haben Sie es schon mal mit Baumstammwerfen versucht? Oder besser noch mit Chinlone.

Diese Mannschaftssportart, eine Kombination aus Sport und Tanz verbunden mit Ballgeschicklichkeit, wird in Birma traditionell ausgeübt. Das Schönste daran: Es geht im Wettkampf nicht um das Gewinnen oder Verlieren, wie wir es kennen, sondern um die Schönheit der ausgeführten Bewegungen. Eine gewisse Beweglichkeit wird hier natürlich auch vorausgesetzt.

Mehr Sport könnte aber laut einer einschlägigen Liste einer Online-Enzyklopädie auch Folgendes heißen: Dame spielen oder Discogolf, Extrembügeln oder Tretroller fahren – Sport frei!