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„ZIEH DOCH MAL DAS KOSTÜM AN”

BERTHILD HORN IST PETERMÄNNCHEN
Berthild Horn in Zivil. Ihr Mann Frank unterstützt sie bei ihren Auftritten. Oben: Petermännchen in Aktion. Jeder möchte sich mit dem Schlossgeist ablichten lassen. Fotos: Frank Düsterhöft, privat
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Der kleine Junge ist ganz außer sich vor Aufregung und Freude. „Hallo Petermännchen! Endlich sehe ich dich einmal in echt. Ich habe so viel über dich gelesen. Und du hast ja wirklich diese Stiefel an, die man so richtig hochziehen kann ...”
Berthild Horn lacht: „Ich staune immer wieder, was die Kinder alles über den kleinen Schlossgeist wissen. Aber ich erzähle ihnen und allen meinen anderen Gästen noch viel, viel mehr über unsere schöne Stadt und über mich.” Denn Berthild Horn ist das Petermännchen - lange, lange Jahre schon ...
Der 60-Jährigen liegt das, was sie für Touristen und Einheimische tut, im Blut. Trotzdem hätte sie sich im Leben nicht vorstellen können, dass sie einmal einen der berühmtesten Schlossgeister Deutschlands verkörpert.
Berthild Horn wurde in Obschütz, einem Ort nahe Weißenfels in Sachsen-Anhalt geboren. In Brandis bei Leipzig macht Berthild ihren Schulabschluss und lässt sich danach in Leipzig an der Fachschule zur Fachzahntechnikerin für Kieferorthopädie ausbilden.
Ihre große Liebe, Frank, lernt die naturverbundene junge Frau 1976 in der Wanderbewegung kennen. Nach gerade einmal dreizehn Wochen läuten die Hochzeitsglocken. Die Flitterwochen führen sie in den Norden - nach Schwerin. Von dieser Stadt kommen beide nie wieder los. „Natürlich habe ich Leipzig sehr vermisst”, denkt Berthild Horn zurück. „Dort wurde ich von der Kultur regelrecht infiziert. So sah ich bereits zu DDR-Zeiten Künstler wie Marcel Marceau und Gilbert Becaud.”
Wie überall war auch in Schwerin der Wohnraum knapp. Das Paar richtete sich zunächst in einer 1-Raum-Wohnung in der Weststadt, später in zwei Räumen auf dem Dreesch wohnlich ein. Tochter Antje wird geboren.
Noch bis 1995 arbeitete Berthild Horn als Zahntechnikerin. Dann musste sie den Beruf aus gesundheitlichen Gründen an den Nagel hängen. Sie schult um. Seit 1998 ist sie Reisekauffrau. Bereits in die Ausbildung kann sie ihre Erfahrungen einbringen, denn von ihrem 18. Lebensjahr an ist sie auch als Reisebegleiterin unterwegs.
Seitdem Berthild Horn in Schwerin ist, führt sie nicht nur Touristen in der Stadt, sondern begleitet auch Schweriner in andere Regionen. Seit ewigen Zeiten macht sie Schlossführungen.
Irgendwann  sagt eine Kollegin zu ihr: „Du bist doch immer für jeden Spaß zu haben. Zieh‘ doch mal das Petermännchen-Kostüm an.” Seitdem ist Berthild Horn für alle das Petermännchen. Und in aller Munde. Filme werden über sie gedreht, Zeitungen berichten, Messeauftritte häufen sich. Der bekannte Modedesigner Andrej Subarev entwirft ihr ein neues Kostüm, die Landsknecht-Stiefel werden in der Augsburger Theaterschuhwerkstatt angefertigt.
Heute schlüpft Berthild auf Wunsch in viele Rollen. Sie ist  auch Nachtwächter, Hofdame und Schokoladenmädchen. Seit Kurzem hängt eine mittelalterliche Tracht im Kleiderschrank ...
Den Kontakt zum guten Geist gibt es unter www.petermaennchen-agentur-schwerin.de im Internet.