Kultur

Der Hofnarr und seine Tochter

Oper „Rigoletto“ derzeit im Mecklenburgischen Staatstheater zu sehen
Matheus Pompeu als Herzog von Mantua, Anna Rabe als Gilda und Yoontaek Rhim als Rigoletto (v. l.)
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Die erste Opernproduktion des Mecklenburgischen Staatstheaters in der Spielzeit 2019/2020 feierte Mitte Oktober unter großem Beifall Premiere. Die Gastregisseurin Alexandra Liedtke inszenierte das berühmte musikalische Drama von Giuseppe Verdi zusammen mit Ausstatter Malte Lübben und Choreograph Paul Blackman spektakulär und berührend zugleich. Gewaltige, meterhohe, drehbare Spiegelwände setzten die Handlung effektvoll in Szene.

Die musikalische Leitung übernahm der italienischen Gastdirigent Andrea Sanguineti. Sowohl die Leistung der Sänger in Haupt- wie Nebenrollen als auch die des Opernchores und Extrachores sowie der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin wurde mit begeistertem Applaus bejubelt.

Die Oper erzählt die spannende wie bewegende Geschichte des Titelhelden Rigoletto und dessen tragischer Doppelexistenz als spottender Hofnarr des Herzoges von Mantua und als liebevollen, besorgten Vater. Bei den ausschweifenden Festen des Herzoges lässt Rigoletto kaum eine Möglichkeit aus, dessen Höflinge mit seinen rücksichtslosen Sticheleien zu reizen, wodurch er bei diesen bald verhasst ist. Einzig sein Ansehen beim Herzog von Mantua macht es den Höflingen unmöglich, gegen ihn aufzubegehren.

Gleichzeitig ist Rigoletto von der großen Angst erfüllt, seine schöne Tochter Gilda könne eines Tages den Orgien des Herzoges zum Opfer fallen. Er versteckt sie daher in seinem Haus. Es kommt jedoch, wie es kommen muss: der Herzog schleicht sich zum Haus des Hofnarren und trifft auf Gilda, die sich prompt in ihn verliebt. Als die rachsüchtigen Höflinge Gilda – im Glauben, sie sei Rigolettos Geliebte – entführen und den Exzessen des Palastes aussetzen, fasst der Hofnarr einen Entschluss: Er engagiert den skrupellosen Auftragsmörder Sparafucile dafür, den Herzog von Mantua zu töten.

Noch neun Vorstellungen von „Rigoletto“ werden im Großen Haus des Mecklenburgischen Staatstheaters gezeigt, die nächste Aufführung ist am 28. November.