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Mit Menschen statt mit Zahlen

Kevin fühlt sich in der Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger endlich angekommen
Die Stationsschwester Yvonne Grimm (links) erklärt den Schülern Lisa Brümmel, Kevin Dobbertin und Nele-Katharina Rieckhoff (v.l.n.r.) einige medizinische Hifsmittel. Foto: Jenny Thoma
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„Das ist das Beste was ich hätte machen können“, schwärmt Kevin Dobbertin und strahlt dabei über das ganze Gesicht. Und damit meint er seine Entscheidung im Oktober 2014, ein Jahr lang Bundesfreiwilligendienst (BFD) im Opens external link in new windowKrankenhaus am Crivitzer See zu absolvieren. Als wäre es erst gestern gewesen, erinnert er sich, wie herzlich und offen ihn die Kollegen auf der Station 1 der Inneren Medizin und Palliativmedizin ins Team aufgenommen haben und wie viele interessante Eindrücke er sammeln konnte. „Es ist unglaublich familiär hier, ich denke, das ist nicht selbstverständlich“, sagt der 22-Jährige.

Im Rahmen dieses freiwilligen sozialen Jahres, welches die Crivitzer MediClin-Einrichtung in Zusammenarbeit mit dem DRK durchführt, konnte er aber nicht nur praktisches Wissen erwerben. Neben dem Erlernen der Messung der Vitalzeichen und dem Begleiten der Patienten zu den Untersuchungen, hat er auch viel Theorie an die Hand bekommen. Fast als eine Art „Starterpaket ins Leben“ könnte man es bezeichnen, denn die Inhalte der Seminare umfassten neben Gesundheitsbildung und Pflegegrundlagen auch politische Bildung sowie Eigenmanagement.

Während dieser Zeit wurde Kevin nochmal mehr bewusst: den Start seines Berufsweges sieht er in der Pflege. Doch das war nicht immer so: Nach dem Abitur entschied sich der junge Barniner nach Rostock zu ziehen, um dort an der Universität Betriebswirtschaftslehre zu studieren. Schnell merkte er, dass die vielen Zahlen und Wirtschaftsvorgänge nicht seine Welt sind. „Ich wollte lieber etwas mit Menschen machen. Mich zog es plötzlich ins Krankenhaus. Kranken Menschen helfen und die positiven Auswirkungen direkt erleben, das machte für mich Sinn“, sagt er.

Die Pflegedienstleiterin Anja Trilk, sagt: „Wir erleben es gar nicht so selten, dass unsere Auszubildenden quasi im zweiten Anlauf zu uns kommen. Sie merken, dass der Ausbildungsweg für den sie sich in erster Instanz entschieden haben, doch nicht ihren Vorstellungen von dem Beruf entspricht, den sie zukünftig dauerhaft ausüben möchten.“

Inzwischen ist Kevin kein BFDler mehr, aber immer noch im Krankenhaus in Crivitz. Am 1. September letzten Jahres hat er die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger begonnen und kann sich nun Schüler im 1. Ausbildungsjahr nennen. „Jetzt lernt man in der Berufsschule auch die medizinischen Fachbegriffe alle kennen und hat den einen oder anderen Aha-Moment wenn man die Gespräche der Pfleger und Ärzte verfolgt“, scherzt Kevin.

Praxisanleiterin Ulrike Roßa erläutert: „Die Ausbildung dauert drei Jahre und schließt mit einer staatlich anerkannten Abschlussprüfung an der Berufsschule für Gesundheit und Soziales in Schwerin ab. Die theoretischen Inhalte sowie einige Praxisübungen an Modellen und Puppen werden in der Berufsschule vermittelt. Sämtliche praktische Erfahrungen am Patienten machen die Schüler direkt hier in Crivitz.“

Kevin wird in den nächsten Jahren alle Kliniken und Fachbereiche des Crivitzer Krankenhauses, eine Einrichtung der Grund- und Regelversorgung, durchlaufen. Zudem stehen weitere Stationen in der Pädiatrie, der Neurologie und der Psychiatrie in einem Krankenhaus der Maximalversorgung bevor. Desweiteren wird er Praktika bei den langjährigen Kooperationspartnern, der Sozialstation der Diakonie und dem Pflegeheim „Haus Elim“ absolvieren. „Wir arbeiten seit Jahren mit diesen Einrichtungen zusammen und es hat sich super eingespielt, dass unsere Auszubildenden ihre praktischen Erfahrungen dort sammeln können“, sagt Ulrike Roßa.

Anja Trilk fügt hinzu: „Die Ausbildung ist sehr vielfältig und die Schüler erhalten Einblicke in viele verschiedene Fachbereiche, um nach der Ausbildung auch eine Vorstellung zu haben, in welchem sie anschließend tätig werden möchten.“ Freudestrahlend sagt Kevin: „Ich bin wirklich total glücklich, dass Frau Trilk mich während meines BFD-Jahres kurz vor dem Ende des Bewerbungsschlusses für die Ausbildung ansprach, warum sie denn meine Bewerbung für die Ausbildung noch nicht auf dem Tisch hätte. Ich fühle mich in der Ausbildung angekommen und hier im Crivitzer Krankenhaus auch irgendwie zu Hause. Alles ist sehr familiär, jeder kennt jeden beim Namen und  alle sind sehr persönlich bemüht um jeden einzelnen. Es ist interessant und spannend, denn kein Tag ist wie der andere.“