Schwerin Live Logo
13.02.2026

Doc aktuell

Geschlechtersensibel behandeln

Medizinisch sind Frauen und Männer nicht gleich: Sozialministerin fordert entsprechende Versorgung
Die Bedeutung einer geschlechtersensiblen Medizin erfährt zunehmend Aufmerksamkeit.
like-imagelike-image
share email
dislike-imagedislike-image

Noch immer gibt es in der medizinischen Forschung und Behandlung geschlechtsspezifische Unterschiede. Darauf machte Sozialministerin Stefanie Drese am „Tag des Patienten“ aufmerksam. So würden Frauen oft nicht angemessen versorgt, da sie medizinisch oft genauso behandelt würden wie Männer. Dies allerdings würde bestehende Unterschiede zwischen den Geschlechtern nicht genügend berücksichtigen – mit möglichen gesundheitlichen Nachteilen für die Frauen, so Drese. 
„Viele Krankheiten verlaufen bei Frauen anders als bei Männern, auch wirken Medikamente stoffwechselbedingt teilweise nicht gleich. Deshalb brauchen Frauen oft eine andere Behandlung als Männer, was in Forschung und Versorgung bisher allerdings nicht immer ausreichend berücksichtigt wird“, sagte die Ministerin. 

Wird bei Krankheitssymptomen das biologische Geschlecht nicht beachtet, besteht die Gefahr von Fehl-, Unter- und Überbehandlungen. Als klassisches Beispiel dafür, dass sich die Symptomatik mancher Erkrankungen bei Frauen und Männern stark unterscheiden kann, führte Drese den Herzinfarkt an. Dieser würde sich bei Männern in erster Linie durch Brustschmerzen äußern. Bei Frauen auftretende Symptome – darunter zum Beispiel Kieferschmerzen, Rückenschmerzen oder Abgeschlagenheit – würden dagegen nicht immer gleich mit einem Herzinfarkt in Verbindung gebracht werden, weshalb lebensrettende Zeit verlorenginge. Als positiv wertete Drese, dass die Bedeutung der geschlechtersensiblen Medizin für eine moderne Gesundheitslandschaft zunehmend die ihr zustehende Aufmerksamkeit erfährt. So müssen bei klinischen Studien in Deutschland Unterschiede zwischen Frauen und Männern untersucht werden. Auch Medikamentenstudien sind gemäß einer 2022 in Kraft getretenen EU-Verordnung geschlechtersensibel durchzuführen. „Das sind erste Erfolge. Maßnahmen zur Beseitigung des Ungleichgewichtes müssen jedoch weitgreifend ansetzen und strategisch koordiniert werden“, sagte die Ministerin. Anderenfalls würde es bei einem Flickenteppich an einzelnen Maßnahmen bleiben. Drese: „Für eine echte Gleichheit im Gesundheitswesen müssen Behandlungs- Präventions- und Therapiekonzepte und Leitlinien kritisch überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.“

www.sozial-mv.de