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Ein sanfter Start ins Leben

Heilende Hände: osteopathische Befundung von Neugeborenen als besonderer Service in Crivitz
Die Osteopathin Monika Feicke untersucht die Neugeborenen behutsam und mit speziellen Griffen. Fotos: Jenny Thoma
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Behutsam tastet Monika Feicke den Körper des kleinen Mateo ab. Erst befühlt sie Füße, Knie, Becken und Bauch, dann Rücken, Arme, Halswirbelsäule, Schulter- und Nackenbereich, zum Schluss das kleine Köpfchen mit den Schädelnähten. Dabei überprüft die erfahrene Osteopathin die Beweglichkeit der Gelenke und tes­tet die Gewebespannung des vier Tage alten Neugeborenen. Während der Untersuchung streicht sie sanft über den Rücken, fasst ihm liebevoll in den Nacken und hält sein kleines Köpfchen leicht massierend in den Händen. Seine Mutter Sarah beobachtet aufmerksam, wie ihr Baby still da liegt und die Berührungen zu genießen scheint.

Monika Feicke untersucht zweimal in der Woche im Opens external link in new windowMediClin Krankenhaus am Crivitzer See die dort neugeborenen kleinen Erdenbürger und erstellt vor deren Entlassung einen osteopathischen Befund. Geschäftsführer Dr. Hans-Heinrich Uhlmann sagt: „Diese Untersuchung ist für die frisch gebackenen Eltern kostenlos, denn sie ist ein besonderer Service unseres Hauses.“ Die Pflegedienstleiterin Anja Trilk fügt hinzu: „Wir freuen uns sehr, diese Untersuchung hier anbieten zu können. Alle Eltern haben die Möglichkeit, die osteopathische Befundung für ihr Baby in Anspruch zu nehmen.“

Im Rahmen der Untersuchung fragt Monika Feicke die Eltern nach Besonderheiten, die ihnen in den ersten Tagen aufgefallen sind. Dabei geht es zum Beispiel um Auffälligkeiten, wie die Kopfdrehung des Babys auf eine bevorzugte Seite, Schluckauf, Schlafstörungen, Verdauungsstörungen oder übermäßiges Weinen. Solche Beobachtungen können für die Osteopathin ein Indiz für Blockaden oder Verspannungen beim Kind sein. Dabei erkundigt sich die Therapeutin auch immer nach dem Verlauf der Schwangerschaft und dem Geburtsvorgang, um sich ein umfassendes Bild machen zu können.

Die ganzheitliche Therapieform Osteopathie heilt ohne Medikamente – einzig durch die Kraft der Hände und ist damit eine für Säuglinge optimale Form der Therapie. Die Osteopathin ertastet Spannungen im Gewebe und Blockaden von Gelenken und behandelt diese dann. Die sanfte Behandlungsmethode nutzt die körpereigenen Selbstheilungskräfte und kann durch Begünstigung funktioneller Beschwerden und Spannungen die Säuglinge in ihrer weiteren Entwicklung unterstützen.

Mögliche Auffälligkeiten, die einer Behandlung bedürfen, könnten zum Beispiel solche sein, wie  sie beim kleinen Theo festgestellt werden, dem zweiten kleinen Patienten an diesem Tag. Seine Mutter berichtet: „Der Kleine bevorzugt bei der Kopfdrehung immer die rechte Seite, die linke wird konsequent gemieden. Zudem schläft er beim Trinken immer sehr schnell ein.“ Monika Feicke stellt schnell fest, dass er eine Spannung im Halswirbelsäulenbereich hat. „Hier sind die Muskeln und Sehnen des Babys noch sehr fest. Wenn er trinkt, wird der Kiefer beim Saugen beansprucht, welcher mit der Halswirbelsäule in Verbindung steht und dem Kleinen dann unangenehme Spannungen bereitet. Daher ist das Trinken für ihn sehr anstrengend, und er schläft währenddessen erschöpft ein“, erklärt sie der Mutter.

Die Osteopathin testet mittels ein paar sanfter Griffe im Nacken. Sie behandelt dort Theos Muskeln, Bänder und Sehnen und gibt ihm anschließend Impulse im Schulter- und Nackenbereich, sich selbst zu drehen. Sie prüft so im Rahmen der Befundung, ob sich Verspannungen oder Blockaden beginnen zu lösen, und sich das Baby freier bewegt. Und tatsächlich, nach wenigen Minuten dreht der Säugling seinen Kopf nun in beide Richtungen, nicht nur in die eine bevorzugte und er lässt sein Kinn leicht auf seine Brust rollen. Vorher hat er dies vermieden und den Nacken stets nach hinten überstreckt. Theo ent­spannt sichtlich, und es zeigt sich, dass eine osteopathische Behandlung hier bei der weiteren Entwicklung unterstützend wirken kann.

Nach der Befundung der Babys im „Kinderzimmer“ der Krankenhauses am Crivitzer See gibt Monika Feicke den Eltern entsprechend dem Befund eine Empfehlung zur weiteren Behandlung ihres Kindes. Eine steigende Anzahl von Krankenkassen beteiligt sich inzwischen mit einem Zuschuss an den Behandlungskosten. Eine Nachfrage bei der eigenen Krankenkasse kann darüber Aufschluss geben. Nicht  in allen Fällen ist eine Behandlung notwendig. Was die Osteopathin allen Eltern zusätzlich zum osteopathischen Befund mit an die Hand gibt, sind Tipps und ein paar kleine Übungen, wie sie selber die Beweglichkeit und Entwicklung ihres Babys einfach mit unterstützen können.

Monika Feicke ist seit Juli im MediClin Krankenhaus am Crivitzer See unterwegs. Die gelernte Heilpraktikerin, Osteopathin und Physiotherapeutin kommt gebürtig aus Halle an der Saale, lebt aber bereits seit 1972 in der Schweriner Region. Die Mutter zweier Kinder ist im Zentrum für Osteopathie und Kinderosteopathie in Schwerin-Lankow tätig. Ihren Schwerpunkt hat sie seit 1992 im Bereich der Pädiatrie und Neurologie, erhielt 2004 ihr Diplom in der Osteopathie und verfügt seit 2014 über die spezielle dreijährige Ausbildung zur Kin­der­osteopathin.