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Aufgestanden, losgegangen

Der Mecklenburger Stefan Meier testete das Exoskelett
Höchst konzentriert macht sich Stefan Meier mit dem Exoskelett auf den Weg. Der Querschnittsgelähmte steht seit vielen Jahren zum ersten Mal wieder auf seinen Beinen. Fotos: Kowsky
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Alles begann mit einem Telefonklingeln, das bei Kowsky erst keiner so richtig wahrnahm. Schließlich feierte das Sanitätshaus an diesem Sommertag sein 25-jähriges Firmenjubiläum. Beim Tag der offenen Tür war also Jubel, Trubel, Heiterkeit angesagt. Und doch hörte jemand dieses Klingeln und griff zum Hörer. Am anderen Ende der Leitung befand sich Stefan Meier, ein Mann, der vor Jahren einen Motorradunfall hatte und seitdem als Querschnittsgelähmter im Rollstuhl sitzt.

Der Mecklenburger, der in Ludwigslust arbeitet, hatte mitbekommen, dass bei der Opens external link in new windowKowsky-Jubiläumsfeier in Schwerin-Süd erstmals ein Exoskelett vorgeführt werden sollte. Weil er den Mann mit dieser Weltneuheit unbedingt sehen wollte, bat er am Telefon darum, auf ihn zu warten. Er könne erst nach Feierabend vorbeikommen. Und so kam es, dass Stefan Meier noch am selben Tag jemandem dabei zusah, wie er das Exoskelett der Firma ReWalk vorführte – jemand wie er, der seit seinem Motorradunfall an den Rollstuhl gefesselt ist. Selbstbewusst spazierte der junge Mann vor der Kowsky-Filiale auf und ab.

Das, dachte sich Stefan Meier, will ich auch unbedingt ausprobieren. Gesagt, getan. Im vergangenen Dezember war es soweit. Im ambulanten Rehazentrum auf dem Dreesch startete er als erster aus der Region einen Testlauf. Umringt von vielen neugierigen Physiotherapeuten, die auf den Flur huschten, um einen Blick auf ihn zu werfen. Zum ersten Mal seit Jahren stand Stefan Meier wieder auf seinen Beinen. „Das sah klasse aus, wie er da plötzlich aufrecht durch den Raum lief“, erinnert sich Orthopädietechniker und Kowsky-Mitarbeiter Torsten Lindig. Und auch Stefan Meier selbst war angetan, wenn auch seine Gefühlswelt vor Aufregung Kopf stand.

Jetzt ist es an ihm, den nächsten Schritt zu gehen. Bevor er sich für das Exoskelett entscheidet, will er in Ruhe darüber nachdenken. Auf jeden Fall ist er mächtig stolz darauf, als erster aus der Region, den Testlauf in Angriff genommen zu haben. „Im Januar“, bemerkt Kowsky-Mitarbeiter Torsten Lindig mit einem Schmunzeln, „steht übrigens schon der nächste Testlauf an. Dieses Mal ist es eine Frau.“