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Rücksicht auf die „Grünen“

Autofahrer werden zur Krötenwanderung im Frühjahr um besondere Aufmerksamkeit gebeten
Foto: Ingo Bartussek | fotolia
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Das warmfeuchte Wetter der kommenden Tage lockt nach dem ungewöhnlich langen Winter nun Kröten, Frösche und Molche aus ihren Winterquartieren hervor. In den nächsten Tagen ist überall in M-V mit Amphibien-Wanderungen zu rechnen. Darauf macht jetzt der Natuschutzbund NABU aufmerksam. Autofahrer werden gebeten, vor allem in der Dämmerung vorsichtig zu fahren und Rücksicht auf „liebestrunkene“ Lurche zu nehmen. Überall, wo Kröten, Frösche und Molche unterwegs seien, gelte Tempo 30 als richtige Antwort, um die Tiere nicht unnötig zu gefährden.
In normalen Jahren wandern Frösche und Erdkröten in Mecklenburg-Vorpommern schon ab Mitte März zu ihren Laichplätzen in Teichen und Tümpeln. Der lange Winter machte ihnen das in diesem Jahr unmöglich. Ab einer Nachttemperatur von etwa fünf Grad Celsius verlassen die wechselwarmen Tiere ihre Winterquartiere in der Abenddämmerung und machen sich auf zur „Hochzeitswanderung“. Regnerisches Wetter, so wie es sich jetzt im April eingestellt hat, mögen sie besonders gern. Auf den bis zu zwei Kilometer langen Wanderungen müssen sie oft Straßen überqueren. „Manchmal bleiben die Kröten sogar längere Zeit auf der warmen Fahrbahn sitzen und werden dann ein leichtes Opfer anrollender Autos“, erklärt der Landschaftsökologe Falk Ortlieb, der sich in der NABU-Fachgruppe für Lurche und Kriechtiere engagiert. Eine oft unterschätzte Gefahr sei auch der Strömungsdruck der Fahrzeuge. Bei Geschwindigkeiten über 30 Stundenkilometern würden auch Amphibien getötet, die am Straßenrand sitzen. Der Strömungsdruck der Autos bringe ihre inneren Organe zum Platzen.
Um eine bessere Übersicht über die Krötenwanderung zu erhalten und Brennpunkte zu identifizieren, ruft der NABU dazu auf, überfahrene Kröten zu melden. Naturfreunde können ihre Funde online auf der Webseite www.amphibienschutz.de in ein Formular eingeben.
Viele NABU-Gruppen betreuen in der Wanderungszeit Krötenzäune, um Amphibien an besonderen Gefährdungsstellen vor dem Straßentod zu retten. Wer dabei mitmachen möchte, kann sich an die örtliche NABU-Gruppe wenden.