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In der Weihnachtsbäckerei

SCHWERIN live und seine Wichtel probieren die leckersten Plätzchen
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Es gibt wohl kaum einen Ohrwurm, der sich jedes Jahr um diese Zeit so hartnäckig in Kinder- und Elternohren festsetzt wie dieser moderne Klassiker: „In der Weihnachtsbäckerei / gibt es es manche Leckerei / lalala-lala, lalala-lala, lalala-la-la-la-lalala“  klingt der Refrain  – und begleitet uns wie von selbst auf dem Weg in die vorweihnachtliche Backstube. Verabredet sind wir in der  Medeweger Mühlenbäckerei, in der täglich nicht nur an die zweieinhalbtausend Brote und weitere Backwaren aus besten Zutaten in die Öfen wandern, sondern zur Weihnachtszeit auch allerlei Leckeres aus der Zuckerbäckerei. Gekommen sind wir nicht allein: Unser fleißiges Wichtelmädchen Nele ist fünf Jahre alt und voller Vorfreude, in einer richtigen Bäckerei die Ausstechförmchen schwingen zu dürfen. Die „riesengroße Kleckerei“, von der im Weihnachtslied gesungen wird, ersparen wir uns dieses Mal – in der großen Backstube ist selbstverständlich alles picobello aufgeräumt. Angerührt am Tag zuvor und deshalb schon angemessen ausgeruht kommt dann auch schon der Teig angerollt. Auf Rollen, richtig, denn die Dimension dieser Schüssel würde, mit den Händen transportiert, sicher nicht zu leckeren Plätzchen führen, sondern zu einem ausge-
wachsenen Bandscheibenvorfall. „Das ist ganz normaler Pfefferkuchen-Teig“, sagt Bäcker Jens Alex, der unseren Besuch begleitet, als wir ihn nach der „Geheimrezeptur“ fragen. Kein Geheimnis also, aber was macht das schon angesichts der Verlockungen ringsum? Frisch gebackene Elche, Sterne und Kokosmakronen warten hier zu Hunderten auf ihren Abtransport – schon morgen werden sie in den Verkaufsstuben und -wagen über die Theke gehen. „Lebkuchen, Stollen und Makronen sind die Dauerbrenner“, erzählt Alex, der seit 15 Jahren in der Mühlenbäckerei arbeitet. Beweisen muss sich erst noch der Mohnstollen, der ist neu in diesem Jahr.
Jetzt geht’s los: Mehl auf die Arbeitsfläche gestäubt, Teig ausgerollt, eigentlich alles wie zu Hause, und schon hat Nele den ersten Lebkuchenmann zum Leben erweckt. Es folgen Herzen, Teddys, Weihnachtsbäume – ginge es nach der kleinen Bäckersfrau, bräuchte dieser Vormittag nie zu Ende gehen. Mit dem großen Bäcker hat sie sich schnell angefreundet; bei der Arbeit mit dem Teig sind sie binnen Minuten ein eingespieltes Team. Und jetzt wird es erst richtig spannend, denn die kleinen Kunstwerke wandern in einen der riesigen Öfen. Schon nach nicht viel mehr als zehn Minuten sind sind die braunen Knusperkekse fertig.
Übrigens gibt es Plätzchen vermutlich schon seit dem Mittelalter. Zum Gedenken an Jesu Geburt wurden sie als feierliches Backwerk gereicht. Ihr  Ursprung soll in dem alten christlichen Brauch liegen, am Ende einer Messe gesegnetes Brot an die Gläubigen zu verteilen. Es wurde veredelt und mit einem christlichen Stempel versehen. Die bekannten „Aachener Printen“ zum Beispiel erhielten ihren Namen daher vom englischen „print“, was „drucken“ oder „prägen“ bedeutet. Die in den Klöstern verfeinerten Gebäckstücke nannte man schließlich Plätzchen. Das lateinische Wort „Plazenta“ soll der Grund dafür sein; es bedeutet „Kuchen“. Nachvollziehen lässt sich diese Wortherkunft bis heute: In einigen Regionen wird süßes Hefebrot „Platz“ genannt – was liegt da näher, als kleinen süßen Gebäckstücken den Namen „Plätzchen“ zu geben.

Während nebenan die täglichen Franzbrötchen gerollt werden, warten wir darauf, dass die Abkühlung schnell vonstatten gehen möge, schließlich wollen wir unser frisches Werk noch probieren. Zum Dekorieren nach Lust und Laune bleibt uns in der gastfreundlichen Weihnachts-Mühlenbäckerei aber leider keine Zeit mehr. Bepackt mit Tüten voller Plätzchen-Schätze geht es zurück nach Hause, wo Schokolade, Zuckerguss, Nüsse und bunte Perlen warten – vielen Dank, kleine Bäckermeisterin, und auf Wiedersehen im nächsten Jahr!