Aktuelles PR-Anzeige

DIE GRÜNE LUNGE DER STADT

Zwanzig Prozent der Fläche Schwerins ist Wald - ein Pfund, mit dem man wuchern kann
like-imagelike-image
share email
dislike-imagedislike-image

In und um Schwerin gibt es nicht nur viel Wasser - die Stadt ist auch von viel Grün geprägt. Allein zwanzig Prozent der Stadtfläche ist von Wald bedeckt. Natürliche  Voraussetzungen, die zusammen mit den Parks und Grünanlagen ein wertvoller Schatz sind. SCHWERIN LIVE sprach mit Ingo Nadler, Leiter des Forstamtes Gädebehn.


Welche Aufgaben haben Sie als Forstamt?
Unter anderem sind wir gemeinsam mit den Forstämtern Radelübbe und Friedrichsmoor für den Schweriner Wald, der eine Gehölzfläche von ca. 2.600 Hektar hat, zuständig. Davon haben wir den größten Teil in unserer Verantwortung.
Insgesamt sind wir für 16.700 Hektar Waldfläche der verschiedenen Eigentumsarten zuständig - große Gebiete davon liegen im Landkreis Parchim. 4.200 Hektar bewirtschaften wir selbst. Außerdem haben wir eine eigene Baumschule und einen Ruheforst.
Zu unserer Arbeit gehört unter anderem auch die Beratung von Waldbesitzern und die Bewirtschaftung von uns anvertrauten privaten Waldflächen.
Das ist aber nur ein Bruchteil unserer Tätigkeit. Wir machen Umweltbildung, Waldpädagogik und Naturschutz. So führen wir jedes Jahr zahlreiche Schulklassen durch den Wald oder veranstalten die Waldolympiade mit den Schülern der 4. Klassen.

Gute Baumausprägung

Aber wir müssen auch Geld erwirtschaften. Im Moment können wir aufgrund der guten Holzpreise nicht klagen.

Gibt es Besonderheiten bei Waldflächen, die sich innerhalb von Stadtgrenzen befinden?
Viele. In Schwerin haben wir trotz der Stadtnähe zum Beispiel im Werderholz eine sehr gute Ausprägung des Baumbesatzes. So, als ob der Mensch dort nicht eingegriffen hätte.

Besucher lenken

Im südlichen Teil der Stadt hingegen gibt es arge Probleme. Durch die jahrzehntelange militärische Nutzung machen sich Schäden an den Bäumen noch lange bemerkbar.  Wälder in oder in der Nähe von Städten sind einem hohen Besucherverkehr ausgesetzt. Das finden wir grundsätzlich auch in Schwerin sehr gut. Aber er muss gelenkt werden, damit sich die Natur ungestört entwickeln kann. So sollen zum Beispiel im südlichen Schweriner Waldbereich Radwege entstehen.
Oft gibt es im stadtnahen Bereich Wildbiss durch Wildschweine oder Rotwild. Den wird es auch immer geben. In Schwerin passiert da eher weniger.

Aus welchen Baumarten setzen sich die Wälder in und um  Schwerin zusammen?
Die südlichen Gebiete werden von Kiefern dominiert. Im Werderholz und in Friedrichstal herrschen Buchen und Eichen vor. Insgesamt kann man sagen, dass 55 Prozent der Waldfläche Laubwald und der Rest Nadelwald ist.

Bietet der Wald um die Landeshauptstadt auch touristi-sche Highlights?
Da sind wir ständig am Entwickeln. Die Wälder haben schon ein großes Potential. Wir müssen jedoch ganz behutsam vorgehen und dürfen nichts übers Knie brechen. Es nützt zum Beispiel nichts, einen Wanderweg zu installieren und keiner nutzt ihn dann später.

www.wald-mv.de

Doch für die Einheimischen und die Touristen ist auch schon eine Menge passiert. Einen Überblick gibt die Internetseite www.wald-mv.de (siehe auch Karte rechts/Red.).Wir sehen, dass die Leute den Wald lieben. Sogar so sehr, dass wir auch Öffentlichkeitsarbeit auf einem ganz anderen Gebiet machen müssen. So erklären wir lieber einmal mehr als zu wenig, warum wir an bestimmten Stellen Holz einschlagen und warum das kein Naturfrevel ist.Man sagt es meist so leicht daher, aber kann man einen Stadtwald wirklich als grüne Lunge bezeichnen?Aber natürlich! Zusammen mit den Kleingärten und weiteren Grünflächen bindet der Wald Staub und Schadstoffe, bildet Sauerstoff und schützt außerdem vor Lärm.    1. NATURSCHUTZGEBIET RAMPER MOORZwischen Paulsdammbrücke und dem Ort Rampe ragt ein 100 ha großes Naturschutzgebiet als Halbinsel in den Schweriner Außensee. Das Ramper Moor wurde erstmals 1979 unter Schutz gestellt. Eine Erweiterung des Schutzgebietes erfolgte 1982.Das Schutzgebiet umfasst neben der Landfläche noch eine hundert Meter breite naturnahe, wasserseitige Schutzzone. Von der nacheiszeitlichen Sumpflandschaft um Schwerin sind heute noch das Wickendorfer und das Ramper Moor geblieben. Umgeben von der Wildnis der Erlen- und Weidenbrüche ist der Paulsdamm seit 1842 befahrbar.2. ARCHÄOLOGISCHER LEHRPFAD KRITZKOWDer sieben Kilometer lange Rundkurs beginnt in der Ortsmitte Kritzkows, wo eine Tafel nahe dem Eingangstor zur Gutsanlage „derer von Bülow“ Auskunft über seinen Verlauf und Sehenswürdigkeiten entlang des Weges gibt. Vorbei an zahlreichen Hügelgräbern. dem „Glasermoor“, der „Höhe 78“ (Rasthütte & wunderschöner Weitblick) und über 200 Jahre alten Hainbuchen führt dieser Lehrpfad auf geschichtsträchtigem Boden durch abwechslungsreiche Natur. Weiterführende Erläuterungen sind den Schautafeln im Verlauf des markierten Lehrpfades zu entnehmen.

3. DIE RIESENMAMMUTBÄUME „ADAM UND EVA“ STEHEN IM REVIER JÜLCHENDORF
Mit einem Alter von über 125 Jahren gehören sie zu den ältesten ihrer Art in Mecklenburg. Sie wurden 1880 durch den Gutsförster Heinrich Hagge angepflanzt. Beide Bäume zeigen keinerlei Schäden. tragen reichlich Zapfen und zeigen deutlich die Uberlegenheit an Volumenzuwachs im Vergleich zu gleichaltrigen Nachbarbäumen. Die Vermessung im Jahr 1994 ergab folgende Werte für die Bäume:
1. Höhe 37,7 m ; Umfang 4,68 m
2. Höhe 40,4 m ; Umfang 3,29 m
Seit 1997 ist diese Waldfläche Privateigentum.

4. NSG „KANINCHENWERDER UND GROßER STEIN“
Die besondere Lage und Beschaffenheit der Insel im Schweriner Innensee wurde schon frühzeitig dokumentiert. Mit seiner UnterschutzsteIlung im Jahre 1935 zählt das 52,9 Hektar große Areal zu den ältesten NSG‘n in M-V. Die Verbindung von Naturschutz und Erholungsnutzung erfolgt hier weitgehend konfliktlos. Vom 1995 errichteten Aussichtsturm genießen Sie einen herrlichen Blick auf das Naturschutzgebiet und das ca. drei Kilometer entfernte Schweriner Schloss. Von dort steuert die „Weiße Flotte“ steuert von April bis Oktober Kaninchenwerder als Ausflugsziel an.

5. UND 6. ARBORETUM AM FORSTAMT GÄDEBEHN
Mit Grundsteinlegung am 24. März 2000 wurden 16 Bäume gepflanzt. Darunter befinden sich alle „Bäume des Jahres“ seit 1989. Nach Jahren geordnet ist jeder Baum des Jahres bzw. jede Baumartengruppe mit einer Informationstafel versehen, die dem Besucher Wissen über die jeweilige Baumart, deren Bedeutung, Herkunft und über das Aussehen vermittelt. Von Schwerin aus auf der B 321 kommend, gelangen Sie über Pinnow zum Forstamt. Zwischen Crivitz und Brüel fahren Sie am Abzweig Kobande westlich. Hier können Sie frisches Wildbret aus Mecklenburgs Wäldern erwerben.

7. GROßSTEINGRÄBER UM DABEL
In der Nähe des Dabeler Sees, an der B 192 Richtung Borkow, befinden sich zwei Großsteingräber.
Das erste Großsteingrab, direkt an der B 192, bestand aus sieben Steinen. Der siebte Stein ist jedoch nicht mehr vorhanden.
Dieses Grab ist etwa 5000 Jahre alt. Es gehört zu den Dolmen und ist in Mecklenburg sehr selten.
Das zweite Großsteingrab, unmittelbar an der Eisenbahnlinie in der Nähe des Dabeler Sees, ist mit
knapp 12 m Länge und 4 m Breite das größte Steingrab in Dabel.

Quelle: Landesforst Mecklenburg-Vorpommern, Waldtouristische Empfehlungen für das Forstamt Gädebehn
Karte: büro v.i.p.