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Die Dinge ganz anders anpacken

Mareike Donath leitet das Büro des Verkehrsministers und den Kita-Stadtelternrat und liebt Kunst
Mareike Donath (39) – kreativ und bodenständig Foto: S. Krieg
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Kunst war schon früh die große Leidenschaft von Mareike Donath. Kein Wunder: Ihre Mutter arbeitete als Kunstlehrerin, ihr Großvater war Maler. Donath, geboren und aufgewachsen in Ros­tock, fuhr regelmäßig im Sommer ins Kunstferienlager, wo sie lernte, mit Stiften, Pinsel und Farbe immer besser umzugehen, den Blick fürs Objekt und die Perspektive zu entwickeln. „Die Begegnung mit Künstlern und das kreative Flair haben mich schon sehr geprägt“, erinnert sich die heute 39-Jährige.

So war es nach dem Abi für sie klar, dass es in die künstlerische Richtung weitergehen sollte. Wirklich? „Ich habe mir die Frage gestellt: Bin ich bereit, für die Kunst alles zu opfern?“, sagt sie. War sie dann doch nicht. Obwohl sie bereits Chancen aufs Grafikdesign-Studium in Heiligendamm und in Schneeberg hatte, entschied sie sich für „etwas Bodenständiges“.

Das hieß in diesem Fall eine Laufbahn im gehobenen Dienst: Fachhochschule in Güstrow und praktischer Teil im Finanzamt Ros­tock. Ihren anschließenden Job bei der Oberfinanzdirektion fand sie spannend; es war die Phase, in der alles auf Computer umgestellt wurde, und sie schulte die Mitarbeiter im Umgang mit dem PC.

Sie sah allerdings schnell, dass ihre Entwicklungsmöglichkeiten sehr begrenzt sein würden und begann 2000, parallel an der Uni Rostock Volkswirtschaft zu studieren. Das hieß für sie jeden Wochentag: morgens arbeiten, dann zu den Vorlesungen und danach nochmal arbeiten – auch bei einer Halbtagsstelle ein heftiges Programm.
Ein Semes­ter in Helsinki war auch noch dabei. Dort schrieb sie ihre Abschlussarbeit mit dem Titel „Bildung und Beschäftigung – der Weg zur Ungleichheit“, ein Thema, das nach wie vor aktuell ist. Sie schloss 2005 als Jahrgangsbeste ihres Stu­dienganges ab.

Nachdem Mareike Donath noch zwei Jahre beim Finanzamt und kurz fürs Finanzministerium gearbeitet hatte, wechselte sie 2007 ins Verkehrsministerium. „Damals war Otto Ebnet Minister, er hatte sich vorgenommen, den Bereich Logistikwirtschaft und Hafen aufzubauen und mich damit betraut. Das war eine sehr spannende Aufgabe für mich, Strukturen und Netzwerke zu entwickeln. Ich kann sagen, der Bereich Logistik im Verkehrsminis­terium war mein Baby“, berichtet sie.

In dieser Zeit zog sie auch nach Schwerin; bei der Wohnungssuche lernte sie ihren jetzigen Mann kennen. Im Jahr 2008 bekam sie ihren Sohn, 2012 dann ihre Tochter.
Lange Auszeiten nahm sie sich jeweils nicht, sondern gab ihre Kinder beide nach einem Jahr in die Kita. Von Anfang an mischte sie im Elternrat der Einrichtung mit und ist seit acht Jahren dessen Vorsitzende. Dadurch habe sie auch von der Existenz eines Kita-Stadtelternrates erfahren. Da dieser aus ihrer Sicht trotz des Engagements der Mitglieder nicht effektiv arbeitete und sie die Struktur auch für suboptimal hielt, organisierte sie eine Neugründung.

In der renovierten Form existiert der Stadtelternrat nun seit Ende April. Ziel ist es, dass jede der insgesamt 48 in Frage kommenden Einrichtungen – Horte, Kitas, Kindertagespflege – einen Vertreter entsendet. Vor acht Monaten hatte der Rat zunächst 17 Mitglieder, jetzt sind es schon etwa doppelt so viele, wobei alle unterschiedlichen Betreuungsarten repräsentiert sind.

Auch beruflich hat sich für die toughe Frau viel weiterentwickelt: Inzwischen leitet sie das Büro von Verkehrsminister Christian Pegel, nach Ebnet und Volker Schlotmann schon ihr dritter Chef. Und nebenbei ist sie nicht nur Vorsitzende des Kita-Stadtelternrates, sondern hat sich ebenfalls als Systemi­scher Business-Coach und Wirtschaftsmediatorin ausbilden lassen.

Manchmal, „in Phasen“, wie sie es formuliert, packt sie auch wieder die Kunst. Sie zeigte ihre Aquarelle, Acrylbilder und Zeichnungen bereits in mehreren Ausstellungen, zuletzt in der Sparkasse. Sie bringt als Künstlerin ganz unterschiedliche Dinge auf die Leinwand – mal Landschaften, mal auch ganz Abstraktes à la Jackson Pollock.

Kreativität spielt für Mareike Donath jedoch nicht allein in der Kunst eine Rolle, sondern – vor allem – bei ihrem Job im Verkehrsministerium und auch im Kita-Stadtelternrat. „Projekte neu zu denken, Dinge ganz anders anzupacken, Leute unterschiedlicher Couleur zusammenzubringen – das ist meine bevorzugte Arbeitsweise“, sagt sie.S. Krieg