16.01.2026

Wirtschaft

Im Lodenmantel

Bekleidung gab Grüner Woche den Namen
Jubiläum: Vor 100 Jahren wurde erstmals zur Grünen Woche nach Berlin eingeladen.
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100 Jahre Grüne Woche. Dieses Jubiläum steht 2026 im Kalender und steht für Erfolg und Beständigkeit der Agrar- und Ernährungsmesse.

Alles begann im Februar 1926 in Berlin und schon im ersten Jahr kamen 50.000 Besucher. Sie konnten sich auf 7000 Quadratmetern Ausstellungsfläche umsehen. Damals war übrigens Berlin selbst noch ein Zentrum für Landwirtschaft und Gartenbau: Ein Fünftel des Territoriums wurde dafür genutzt und so lebten damals in der Hauptstadt auch 45.000 Pferde, 25.000 Schweine und 21.000 Milchkühe. Seitdem hat sich einiges geändert. Aus einer lokalen Warenbörse ist eine internationale Leitmesse geworden – mit 1500 Ausstellern auf 119.000 Quadratmetern und mehr als 300.000 Besuchern.

Aber zurück in die Goldenen Zwanziger. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs waren die Jahre von einem großen Wachstum geprägt, das auch die Bedeutung der Agrarwirtschaft spiegelte. Während des Krieges gab es keine Messen – erst 1948 hatte die Grüne Woche ihr Comeback und etablierte sich als Plattform für den internationalen Austausch.

In den 1990er Jahren erlebte die Messe nach der deutschen Wiedervereinigung und der Öffnung des Ostblocks einen Aufschwung; seit 2000 hat sie sich zur Dialogplattform für zentrale Zukunftsfragen der weltweiten Land- und Ernährungswirtschaft entwickelt.
Bliebe noch die Herkunft des Namens zu klären: Zu den Tagungen der deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, in deren Umfeld die Warenbörse entstand, prägten Landwirte in grünen Lodenmänteln eine Woche lang das Stadtbild: Die Grüne Woche war geboren.