15.03.2012

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Die Grossstadt im Visier

Die Großstadt im Visier
Guido Müller, Foto: Hultzsch
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Wie man sich als Mieter fühlt, das kann Guido Müller seit seiner Studienzeit nachvollziehen. Als Geschäftsführer lenkt der 45-Jährige die Geschicke der WGS seit 1997, hat damit 20 Jahre Wohnungsgesellschaft zu drei Vierteln mitgestaltet. Grund genug für einen Blick zurück – und einen nach vorn.

Herr Müller, erinnern Sie sich noch an Ihre erste Wohnung?
Aber klar. Als Student habe ich zunächst zur Untermiete gewohnt, meine erste richtige Wohnung war 1993 in Schwerin in der Fritz-Reuter-Straße. Für 150 Mark, Ofenheizung, Toilette auf dem Flur, im Winter meistens kein Wasser.

Waren Sie mit dieser Ausstattung zufrieden?
Ja, absolut, für den Moment hat das vollkommen ausgereicht.

Wie sieht denn eine Wohnung der WGS heute aus, will sie modernen Ansprüchen gerecht werden?
Also mit Ofenheizung selbstverständlich nicht mehr, die ist höchstens einzeln noch vorhanden. Heute möchte jeder einen Balkon, dann sollte das Bad schon etwas mehr sein als nur ein Bad, und die

einzelnen Zimmer müssen idealerweise auch deutlich größer sein als früher. Wir reagieren darauf, indem wir Grundrisse individuell anpassen, wo es geht, bei Neubau ebenso wie bei Sanierung.

Sie sind seit 15 Jahren Geschäftsführer. Wie hat sich die Arbeit der WGS in der Zeit verändert?
Der größte Unterschied ist sicher der: In den 90er-Jahren gab es eine Art Aufbruch, es wurde im großen Stil saniert, neu gebaut. In solchem Umfang sind so große Planungen nicht mehr möglich und auch nicht finanzierbar. Heute arbeiten wir eher punktuell, auch öfter mit Blick auf hochwertigen Wohnraum.
In Zukunft also „gestalten statt verwalten“?
So kann man das sagen, ja.

Gab es in den Jahren etwas, auf das Sie besonders stolz sind?
Was mich sehr beeindruckt hat, bis heute, ist der freiwillige Einsatz unserer Mitarbeiter, auch wenn es um das soziale Engagement der WGS über die Arbeitszeit hinaus geht. Stolz bin ich auch auf unsere Auszubildenden, die in vielen Jahren zu den besten der Region gehörten. Meine Arbeit würde ich nicht in den Vordergrund stellen.

Was unterscheidet die WGS von anderen Vermietern?
Unser Umgang mit Mietern, die in Not geraten, ist bestimmt ein anderer. Wir versuchen immer, zusammen einen Weg zu finden. Service können wir sicher auch anders gewährleisten, z.B. unseren 24-Stunden-Notdienst. Und unsere Mieten sind relativ stabil. Geld verdienen müssen wir natürlich genauso.

Das 20-Jährige der Gesellschaft als „Ihr“ Geburtstag – was wünschen Sie sich?
Dass es die nächsten 20 Jahre stabil weitergeht. Zufriedene Mieter und Mitarbeiter mit Freude an der Arbeit sind mein größter Wunsch. Und dass Schwerin irgendwann wieder 100.000 Einwohner hat.