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Aus „irgendetwas mit Musik“ wurde Geigenbau

Was Katja Zimmering in Bremen, Cremona, Frankfurt und Hamburg erlernte, setzt sie seit 1996 in ihrer eigenen Werkstatt in der Schweriner Lindenstraße um. Foto: Gritta Flau
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Katja Zimmering repariert, restauriert, vermietet und verkauft Streichinstrumente

Nach ihrem Abitur wusste Katja Zimmering nicht sofort, welchen Beruf sie ergreifen wollte. Vier Jahre lang jobbte sie in unter anderem in verschiedenen Fabriken, in einer Gärtnerei, als Gebäudereinigerin.
„Ich träumte irgendwann davon, dass ich irgendetwas mit Musik machen könnte.“ Da sie elf Jahre lang Klavier gelernt hatte, spielte sie kurz mit dem Gedanken, Klavierbau zu erlernen. „Dann nahm ich aber Kontakt zu einem Geigenbauer auf und wurde an dessen Frau und deren Werkstatt verwiesen. Dort absolvierte sie ein einjähriges Volontariat und fand nicht nur ihren Beruf, sondern auch ihre Berufung. „Ich habe an dieser Tätigkeit einen Narren gefressen. Um das Jahr zu finanzieren, bin ich Taxi gefahren“, erinnert sich die Geigenbauerin.
Sie ging dann nach Cremona in Italien. „Ich wollte unbedingt an die dortige Internationale Geigenbauschule. Anderthalb Monate bekniete ich den Direktor regelrecht, dass ich einen Platz an der Schule bekomme.“ Die Hartnäckigkeit brachte den Erfolg. Sie wurde genommen und besuchte vier Jahre lang diese Schule und arbeitete gleichzeitig mit Studienkollegen gemeinsam in einer eigenen Werkstatt. Ein Jahr nach Abschluss der Geigenbauschule kehrte Katja Zimmering nach Deutschland zurück und arbeitete in Frankfurt und Hamburg. Seit 1993 ist sie Meisterin, seit 1996 betreibt sie ihre eigene Werkstatt in der Schweriner Lindenstraße 3. Hier hat sie sich einen treuen Kundenstamm aufgebaut. „Inzwischen repariere ich hauptsächlich die Geigen, Bratschen, Celli und Kontrabässe. Neu gebaut habe ich die letzte Geige im Jahr 2001.“
Material für weitere Neubauten ist genug da. Im Regal liegen Decken, Böden und Hälse für Geigen, aus 26 Jahre altem Bergahorn aus Bosnien. Was dafür fehlt, ist die Zeit. „Schon jetzt müssen für Reparaturen längere Wartezeiten in Kauf genommen werden.“
Besonders am Herzen liegt ihr der Kontakt mit den Musikern. „Jeder spielt ein Streichinstrument anders, ich muss mich auf jeden individuell einstellen.“