Kultur

Plastiken in neuem Licht

Ausstellung „Barlach. Intervention“ im Staatlichen Museum Schwerin
Blick in die Ausstellung „Barlach. Intervention“
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Das Ernst-Barlach-Kabinett des Staatlichen Museums Schwerin wird neu präsentiert. In der Ausstellung stehen sich nun unterschiedliche künstlerische Positionen gegenüber, die neue Blicke auf die Ideenwelt und Formensprache Ernst Barlachs eröffnen.
Diese Neupräsentation verdankt sich einem zweifachen Anlass: zum einen ist an den 150. Geburtstag des bedeutenden Bildhauers zu erinnern, zum anderen wurden vor 20 Jahren die Barlach-Werke dem Schweriner Museum durch Ludwig und Irene Bölkow übergeben.

Barlach war ein humorvoller, dem Leben zugewandter Mensch und zählt zu den Wegbereitern der Moderne. Die Erfahrungen des Ersten Weltkrieges ließen ihn jedoch an dem politischen System seiner Zeit zweifeln. In den 1930er Jahren provozierte seine künstlerische Haltung die Nationalsozialisten. So wurden 381 Plastiken aus dem öffentlichen Raum und den Museen entfernt. Zu den Werken, die das Schweriner Museum im Zuge der „Entarteten Kunst“ 1937 verlor, zählt die Holzskulptur „Das Wiedersehen“ (1926). Mit der Schenkung Bölkow kehrte die Bronzeversion dieser Plastik nach Schwerin zurück.

Barlachs Plastiken schildern kein ideales Menschenbild, sondern zeigen die alltäglichen Mühen, den Schmerz und die Verwundbarkeit des Menschen. Dabei ist seine künstlerische Sicht eng mit der Romantik verbunden wie auch mit der Spiritualität mittelalterlicher Plastik, die immer wieder in seinen Werken aufscheint. So stehen Barlachs Schaffen in dieser Präsentation Skulpturen des 16. Jahrhunderts und ein zeitgenössisches Gemälde der mittelalterlichen Maria von Matthias Kanter gegenüber.