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Manege frei für Waldionelli!

Heike Heldt und Sonja Pelach von der Freien Waldorfschule Schwerin haben viel vor: Für Mai 2013 bereiten sie mit ihren Schülern ein Zirkusfest vor
Im Rahmen der 25 Jahre lang bestehenden Städtepartnerschaft zwischen Schwerin und Wuppertal tritt der Kinderzirkus Waldionelli am 25. August 2012 in der Volkshochschule noch einmal mit seinem Jubiläumsprogramm zu seinem zehnjährigen Bestehen auf. Fotos: privat
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Das schönste Geschenk zu seinem zehnjährigen Bestehen machte sich der Kinderzirkus Waldionelli im Mai dieses Jahres selbst: Er kaufte sich ein eigenes Zirkuszelt. Bei jedem Auftritt auf der BUGA, dem Schelfstadt- oder dem Petermännchenfest, dem Klosterfest in Rehna, im E-Werk oder beim Theaterjubiläum hatten Kinder und die beiden Lehrerinnen Heike Heldt und Sonja Pelach über drei Jahre Geld für ihren Traum gesammelt. Nun war dieser wahr geworden. Auf dem Sportplatz auf der Paulshöhe, wo die Kinder der Freien Waldorfschule Schwerin immer montags auf Ein- und Hochrädern, mit Hula-Hoop-Reifen, Drehtellern,
Pois, Springseilen und Diabolos
oder auf dem Hochseil üben, konnte das Jubiläumsprogramm in einer richtigen Zirkusmanege über die Bühne gehen. Sogar die Brass-Band von der Musikschule Ataraxia spielte zu den einzelnen Programmnummern auf. „Das Publikum war großartig, die Ermutigung, der Applaus überwältigend“, blickt Heike Heldt auf das Jubiläum zurück. Kein Wunder, dass das Engagement der beiden Waldorflehrerinnen für die Zirkusarbeit nur noch größer geworden ist.
Im belebten Café Friedrichs schildern sie, wie die Zirkusbegeisterung an der Schule gewachsen ist. Heike Heldt, die zweifache Mutter aus Plate, unterrichtet Religion und Sport an der Freien Walddorfschule. Nach deren Gründung 1997 wurden Einräder angeschafft, erste Balljonglagen in den Turnunterricht eingebunden. 2001 stößt die Slowakin Sonja Pelach, die als Sportlehrerin an die Schule kommt, dazu. Spielend lernen, lernend spielen – das ist so ganz nach dem Geschmack der beiden Frauen, die sich heute sehr verbunden fühlen. So bekommt das Ganze einen Schub und auch einen Namen: Aus der Zirkus-AG entsteht der Kinderzirkus Waldionelli, einer von zweien in Mecklenburg-Vorpommern. „Es gibt viele Mädchen, die wirklich etwas lernen wollen. Dass Kinder etwas mit Begeisterung machen, ist nicht alltäglich. Das ist ansteckend und darauf bauen wir auf“, begründet Sonja Pelach ihr Engagement. „Zirkus ist großartig. Nirgendwo lassen sich so viele Elemente der Kunst vereinen, nirgendwo so viele Altersgruppen einbeziehen. Wunderbar kann man Theater, Tanz, Pantomime und natürlich Sport verbinden. Außerdem wird das soziale Miteinander geschult. Jeder muss sich auf den anderen verlassen können“, begeistert sich Heike Heldt. „Wir sind Lehrer, bei der Zirkusarbeit können wir aber auf andere Weise mit den Kindern agieren. Dieser Kontakt trägt bis in die höheren Klassen“, schiebt Sonja Pelach hinterher. Allerdings stehen beide Frauen mit jedem beginnenden Schuljahr vor einer neuerlichen Aufgabe: Weil nach der 7. Klasse Mädchen und Jungen in der Regel aus dem Schulzirkus ausscheiden, will alljährlich neuer Nachwuchs gewonnen und mit diesem ein neues Programm auf die Beine gestellt werden. So sind die ersten Wochen jedes neuen Schuljahres zunächst mit spielerischem Üben angefüllt. Wer hat Spaß woran? Wer hat Talent für was? Vor Ostern geht es dann für eine Woche nach Dreilützow ins Probenlager.
Die Tage dort vergehen mit essen, schlafen, üben. „Die Kinder merken, wie sie sich verbessern. Erste Nummern entstehen“, erläutert Sonja Pelach. Versucht wird, alle Kinder mit ihren verschiedenen Fähigkeiten zu integrieren. „Je nachdem, wie gut wir sind, verdichten sich die einzelnen Programmnummern zu einer Geschichte, zu einem Thema“, ergänzt Heike Heldt und erinnert an das Programm zum Zoojubiläum, als alle Kinder in Tierkostümen oder ans Flower-Power-Programm zur BUGA, als alle in orangenen Kostümen und mit Blumen im Haar auftraten.
Bei unserem Gespräch im Café allerdings sind die Gedanken von Heike Heldt und Sonja Pelach schon in die Zukunft gerichtet. Für den 13. bis 16. Mai nächsten Jahres wollen beide nämlich ein Zirkusfest auf die Beine stellen. Jeden Tag soll es dann mehrmals Aufführungen im eigenen Zirkuszelt geben und für interessierte Kinder von anderen Schulen eventuell Workshops. 15 bis 20 neue artistische Übungen, Jonglagen und Clownerien werden dafür in den nächsten Monaten mit den Mädchen und Jungen der Waldorfschule erarbeitet und geübt, geübt und noch einmal geübt. Natürlich wird auch wieder die schwarze Ria, eigentlich der Haushund von Heike Heldt, mit von der Partie sein. Und die Lehrerin selbst wird abermals in die Rolle der Zirkusdirektorin oder des Clowns Fridolina schlüpfen. Alles andere aber ist in diesen Tagen noch offen. Lassen wir uns überraschen. Bis zu dem Moment, wo es heißt: Manege frei für Waldionelli!