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Immer in der Spur

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„Ja, und wenn wir dann den Verein gegründet haben, dann schaffen wir uns eine Spurmaschine an.“ Ich hörte den beiden Damen, die da unter Paul Friedrich stehen, ihn anhimmeln und sich dabei unterhalten, ungläubig zu. Typisch Residenzstädterinnen. Sie wollen eine Maschine kaufen, um in der Spur zu bleiben. Oder linientreu, wie das früher mal hieß. Oder zu Herzogs Zeiten: Untertanengeist.
Ich meine, Paul Friedrich war schon ein Guter, aber muss man ihm deshalb heute noch folgen? Wahrscheinlich gründen die beiden Großherzogsanbeterinnen einen Club der Hofschranzen. Aber wozu dann die Maschine? Zum Fähnchen schwenken, fürs Jubeln? Ich hätte gern den Kopf geschüttelt, wenn mir das möglich wäre.

Doch es war ein goldener Herbsttag und die Frauen setzten sich zu mir auf die Treppe. Und so erfuhr ich, dass es gar nicht um Paul Friedrich ging, sondern um Sport. Um Wintersport vor den Toren Schwerins. In den vergangenen beiden Wintern hatten die Frauen Blut, besser gesagt, Schnee geleckt und sind wie viele andere Mecklenburger aufs Skilaufen quer durch die Natur verfallen. Es sei toll, meinten sie, gemütlich und gar nicht gefährlich, weil die ganz steilen Abhänge fehlen. Und im Verein mache das ja noch mehr Spaß. Einziges Problem: Bei jedem Schneefall muss sich immer einer als erster durch den hohen Schnee quälen. Und dafür wollen sie nun die Spurmaschine kaufen.
Also dann: Gut Ski!
 Euer Museums-Löwe