Kultur

Eines Thronsaals würdig

Schlossverein schließt ein Spendenprojekt ab: Samtschals und Schabracken für die Fenster
Vereinsvorsitzender Mathias Schott bedankt sich bei Unterstützern.
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Für Ditlinde Lippmann ist es eine einzige Freude: das Schloss. Der Thronsaal mit seiner historischen Fensterdekoration. Und ganz besonders der eine Samtschal, der auf der Rückseite fein eingestickt ihren Namen trägt. „Sogar an einem Fenster zum See“, sagt die 82-Jährige und deutet in Richtung des angrenzenden Turmzimmers. „Dort habe ich gewohnt und diesen Blick drei Jahre lang jeden Tag genossen.“

Zwischen 1953 und 1956 war Ditlinde Lippmann Schülerin an der pädagogischen Schule im Schloss. „Meine schönste Jugendzeit“, sagt sie heute – und einer der Gründe, weshalb sie einen der Samtschals für die Fensterdekoration im Thronsaal gestiftet hat.  Nun haben alle nach historischem Vorbild angefertigten Vorhangdraperien ihren Platz in dem repräsentativen Raum gefunden. Damit hat der Verein der Freunde des Schweriner Schlosses ein weiteres ambitioniertes Spendenprojekt zum Abschluss gebracht. Zwischen 2016 und 2019 waren die Querbehänge vor den Fenstern – die so genannten Schabracken – restauriert worden.

Mit den seitlichen Vorhangschals, die bereits Architekt Friedrich Stüler in einer kolorierten Entwurfszeichnung festhielt, ist das Raumkunstwerk nun wieder komplett. Die Draperien waren im Gegensatz zu den Schabracken nicht mehr erhalten, sondern mussten neu angefertigt werden. Besonders die stellvertretende Vorsitzende des Schlossvereins, Dr. Irmela Grempler, trieb das Projekt immer wieder voran – und spendete zusammen mit ihrem Mann Gerd selbst für einen der Schals. In einen weiteren sind die Namen des Vereinsvorsitzenden Mathias Schott und seiner vor zwei Jahren verstorbenen Mutter Marianne eingestickt.

„Meine Eltern waren Gründungsmitglieder des Schlossvereins, meine Mutter hatte eine starke Bindung zu diesem Gebäude“, sagt Mathias Schott. Er dankte in coranabedingt kleiner Runde den Spendern und Unterstützern. Unter ihnen ist erneut Brigitte Feldtmann, langjährige Kulturförderin und Ehrenbürgerin der Stadt Schwerin, die auch zur Übergabe der his­torischen Fensterdekoration ins Schlosskam. Ihre Frage „Und was machen wir als Nächstes?“, sprach vielen Mitgliedern des Schlossvereins aus dem Herzen. „Im Kopf von Frau Grempler spukt schon etwas“, verriet Mathias Schott und versprach: „Sie dürfen gespannt sein.“