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Eine Idee geht um die Welt

Leo sagt ...
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Es gibt viele ungeliebte Phänomene, deren Urheberschaft immer wieder gern den Deutschen zugeschrieben wird. Als da zum Beispiel wären: Das Beharren auf Pünktlichkeit in den unmöglichsten Lebenslagen (einzige Ausnahme: die Bahn), der Harzer Käse, die Service-Wüste, das Handtuchauflegen auf Liegestühle, die Kuckucksuhr, das chinesische Essen, das keines ist, und eben: die Kaffeefahrt.

Nun weiß ich wenig über die  landestypischen Verkaufstaktiken rund um den Globus. So viel steht aber nach einer Vor-Ort-Betrachtung fest: Die Idee, Menschen an menschenleere Orte zu verfrachten, um ihnen Dinge zu verkaufen, die sie nicht brauchen, könnte menschheitsgeschichtlich deutlich älter sein als das deutsche Volk.
Ein amüsanter Ausflug auf schaukelnden Kamelrücken endete jüngst im nördlichen Afrika an einer Verkaufshütte voll einheimischer handwerklicher Erzeugnisse, die zwar ohne Zwang dargeboten wurden – ob der zeitlich arg überdehnten Veranstaltung stellte sich der Gedanke an zermürbende Rheumadecken-Paraden jedoch fast automatisch ein. Eine Kaffeefahrt der friedlichen Art also. Als kleiner Trost findet sich dazu nur der Gedanke: Wenn das alles tatsächlich gar nicht unsere Idee gewesen sein sollte, so konnten wir doch wenigstens die Busse dazu erfinden.

Euer Museums-Löwe