10.12.2021

Kultur

Die heutige Perspektive

„Die Weber:innen“ – Hauptmanns Sozialdrama in unsere Zeit geholt
Szene aus „Die Weber:innen“
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Helge Schmidt und fünf Schauspieler des Mecklenburgischen Staatstheaters betrachten „Die Weber“, das soziale Drama von Gerhart Hauptmann über den Aufstand der schlesischen Weber von 1892 aus einer heutigen Perspektive. Sie untersuchen den politischen Willen zum Aufstand gegen bestehende Machtstrukturen und soziale Ungerechtigkeit.

Dem Zeitgeist folgend heißt das Stück nun „Die Weber:innen“. Im Juni 1844 setzten sich die schlesischen Weber mit einem Aufstand gegen ihre Ausbeutung und Unterdrückung durch Feudalherren und Fabrikanten zur Wehr. Ihr Aufstand wurde blutig niedergeschlagen. Fünfzig Jahre später hatte sich nichts an ihren prekären Lebensumständen geändert. Die Not zu Hauptmanns Zeiten traf nicht nur männliche Weber, sondern auch Weberinnen sowie deren gemeinsame Kinder, Eltern und manchmal Großeltern.

Das Produktionsteam versucht nun, auch mittels Genderns, Tatsachen und Zusammenhänge differenziert zu benennen, die längst der Realität entsprachen. Helge Schmidt ist als Regisseur in der freien Szene sowie im Stadt- und Staatstheater zu Hause. In seinen Arbeiten greift er regelmäßig gesellschaftspolitische Themen auf. „Die Weber:innen“ ist Helge Schmidts dritte Arbeit am Mecklenburgischen Staatstheater.

Nächste Vorstellungen: am 12., 15. und 23. Dezember 2021 jeweils um 19.30 Uhr im E-Werk.