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WENN DAS DURSTGEFÜHL ALLMÄHLICH NACHLÄSST

PD Dr. Stefan Zimny nimmt Mineralwasser und Trinkgeohnheiten unter die Lupe
"Wasser ist nicht gleich Wasser. Ein Blick aufs Etikett ist wichtig", sagt Priv.-Doz. Dr. med. Stefan Zimny
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Viele starten morgens mit einer Tasse Kaffee in den Tag. Und denken danach lange nicht mehr ans Trinken. „In den Sommermonaten ist aber die Gefahr auszutrocknen sehr groß“, sagt Priv.-Doz. Dr. med. Stefan Zimny, Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Endokrinologie, Diabetologie und Rheumatologie an den HELIOS Kliniken Schwerin. „Vor allem ältere Damen und Herren verspüren weniger Durst und vergessen das Trinken.“ Nicht selten würden in seiner Abteilung aus diesem Grunde Menschen mit dem Notarzt eingeliefert. Die Symptome bei zu wenig Flüssigkeitszufuhr sind vielfältig und reichen von trockener Zunge und Lippe, Schlappheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen bis hin zu Verwirrtheit.

Täglich gesunde Mischkost

Ohne Wasser läuft also gar nichts. Dessen Mineralstoffe sorgen dafür, dass sich Muskeln bewegen, wir überhaupt Denken können. Doch wie viel sollte ein Mensch eigentlich am Tag trinken? Dr. Stefan Zimny schafft Klarheit: „Normalerweise verliert ein Erwachsener am Tag 2,5 Liter Wasser - davon 1,5 Liter über den Urin, 900 ml verdampfen über den Atem und die Haut und noch einmal 100 ml über den Stuhlgang. Dieser Wasserverlust setzt nicht voraus, dass wir jeden Tag 2,5 Liter trinken müssen. „Wer täglich eine gesunde Mischkost zu sich nimmt, füllt seinen Speicher bereits mit 700 bis 900 ml Wasser auf“, erklärt Dr. Zimny. „Außerdem stellt der Körper selbst 300 ml Wasser über Oxidationsprozesse, also Umwandlung von Energie her. So bleibt für uns eine Trinkmenge von 1,3 bis 1,5 Liter Wasser übrig. Wer Sport macht, körperlich schwer arbeitet, krank ist oder sich in großer Hitze aufhält, muss natürlich mehr Flüssigkeit zufügen. Dies kann auch über wasserhaltige Nahrung wie Gurken, Salat oder Wassermelonen geschehen.“
Häufig erkundigen sich bei Chefarzt Stefan Zimny Patienten, welches Wasser sich am besten zum Trinken eignet. Dadurch ist er selbst tief in das Thema eingetaucht. „Ich habe mich zudem gefragt, ob Mineralwasser besser als Leitungswasser ist, immerhin ist es wesentlich teurer. In Großstädten wie Berlin gibt es mittlerweile sogar Bars, in denen man zwischen 50 Sorten wählen kann. Scheinbar wird hier mit einem Trend viel Geld gemacht.“

Gutes Schweriner Wasser

Dabei schneiden Mineralwasser keineswegs besser als das Leitungswasser ab. Auch im kühlen Nass aus der Leitung sind die wichtigen Minerale enthalten. „Das Schweriner Wasser ist ein sehr gutes Trinkwasser“, weiß Dr. Zimny. „Es ist natriumarm und besitzt viel Calcium.“
Doch nicht jeder mag mit Leitungswasser seinen Durst löschen. Wer zum Mineralwasser oder gar Heilwasser greift, sollte das aber nicht wahllos tun. „Oft wird den Käufern suggeriert, wenn ich dieses Wasser kaufe, geht es mir besser“, so Dr. Zimny. „Doch manche Wasser enthalten zu viele Minerale. Dadurch kann der Blutdruck in die Höhe schießen oder sich ein Krankheitsbild verschlechtern.“ Der Gesundheit zuliebe lohnt es sich also, aufs Etikett zu schauen. Schließlich nehmen wir in unserem Leben eine ganze Menge Flüssigkeit zu uns. So gibt es beispielsweise Mineralwasser mit niedrigem, mittlerem und hohem Mineralgehalt. Der Natriumgehalt schwankt je nach Hersteller von 11 bis 370 Milligramm pro Liter. Bei Hydrogencarbonat sind es sogar 70 bis 1800 mg/l. Für den einen kann ein hoher Wert unschädlich oder sogar gut sein, für den anderen nicht.
Dr. Zimny: „Ein hoher Natriumgehalt ist zum Beispiel gefährlich für Patienten mit Bluthochdruck. Natrium ist der Hauptbestandteil von Kochsalz und schon genügend in unserer Nahrung enthalten.
Wer etwas für seine Knochen tun möchte, sollte calciumreiches Mineralwasser trinken. Mit ihm lässt sich ein Drittel des täglichen Bedarfs decken.“ Für Menschen mit Hormonkrankheiten seien diese Wasser hingegen weniger geeignet. Wohltuend für den Magen und die Galle ist hydrogancarbonatreiches Wasser, da es säurehemmend und Magen entleerend wirkt. Dr. Zimny rät, mit seinem Arzt zu besprechen, welche Minerale gut für einen sind. Keine Sorgen haben müssen jene, die gern Sprudelwasser trinken.

Trick: Überall Gläser

„Die Kohlensäure dehnt den Magen“, sagt Dr. Zimny. Es tritt ein Sättigungsgefühl ein. „Zugleich sorgen die Bläschen in den Rezeptoren der Mundschleimhaut dafür, dass schnell eine Durstlöschung eintritt. Wer ein Glas vor dem Essen als Aperitif trinkt, kann damit etwas für seine schlanke Linie tun.“ Für diejenigen, die ohnehin zu wenig Trinken, sind stark sprudelnde Mineralwasser nicht die beste Wahl. Es sei denn, sie greifen auf einen Trick zurück, den Dr. Zimny allen mit auf den Weg gibt, die zu wenig Flüssigkeit zu sich nehmen: „Es empfiehlt sich, überall in der Wohnung Wassergläser aufzustellen. Beim Vorbeilaufen sieht man sie und greift zu, um einen Schluck zu trinken.”

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