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Macht Abhärtung gesünder?

Ob starke Temperaturreize wie Saunagänge und Eisbaden die Abwehrkräfte stärken, ist umstritten
Bei jedem Wetter ins Freie gehen – das macht den Körper auf jeden Fall widerstandsfähiger. Foto: JenkoAtaman, Fotolia
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Das Prinzip des Abhärtens zur Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens hat viele Anhänger. Kalte Duschen, Tau- oder Schneetreten im Garten, sogar Eisbaden, aber auch Saunagänge sowie Wassertreten sollen den Körper reizen und damit das Immunsystem stimulieren. Tatsache ist, dass Wärme- und Kältereize den Körper dazu bringen, Temperaturunterschiede auszugleichen. Dabei kommt vor allem die Durchblutung in Schwung. Auch der Kreislauf wird stimuliert. Jene Effekte lassen einen nicht mehr so schnell bei niedrigen Temperaturen frösteln.

Ob allerdings Abhärtung mit Temperaturreizen wirklich eine Stärkung der Abwehrkräfte zur Folge hat, ist nicht bewiesen. Dennoch schwören viele auf die Wunderkräfte des Abhärtens, auch Mediziner. Die Befürworter unter den Ärzten verweisen darauf, dass Kälte einen gesunden Körper dazu bringt, auf den Reiz zunächst mit einer Verengung der Gefäße und anschließend deren Weitung zu reagieren. Dabei werden auch die Haut und Schleimhäute stärker durchblutet. Das erschwert es Krankheitserregern, sich einzunisten, denn auf gut durchbluteten, feuchten Schleimhäuten – etwa im Nasen-Rachen-Bereich – haben Viren schlechtere Chancen als auf Schleimhäuten, die von Heizungsluft und Klimaanlagen ausgetrocknet sind. Zudem führt der gesteigerte Blutstrom Immunzellen, deren Produktion durch das Wechselspiel der Temperaturen mobilisiert wurde, in die Risikozonen.

Doch diese Effekte seien nur von kurzer Dauer, wenden die Skeptiker ein. Sie führen zudem an, dass es bislang keine wissenschaftlichen Belege dafür gebe, dass durch Temperaturreize wie „Kälteschocks“ tatsächlich das Immunsystem so stabilisiert oder gestärkt werden könne, um das Risiko von Erkältungskrankheiten deutlich zu minimieren. Sie meinen vielmehr, dass statt der Kälteanwendungen einfach auch mehr Aufenthalt im Freien – und zwar bei allen Temperaturen – ausreiche, um den Körper widerstandsfähiger zu machen.

Kalte Duschen, Saunagänge und Wassertreten vermindern auf jeden Fall die Empfindlichkeit gegen Temperaturschwankungen. Allerdings sollte man die Abhärtung langsam, mit Bedacht angehen und die Reize dann langsam steigern.